Mut bewiesen und Ghostbusters (2016) gesehen

Konsequenz und ich – das sind mitunter zwei Paar Schuhe. Eigentlich wollte ich mir Ghostbusters (2016) nach dem Trailer echt nicht ansehen, aber wie das so ist: Irgendwann tut man es doch. Bewaffnet mit jeder Menge Smirnoff habe ich mich auf das Abenteuer also eingelassen – der Sony-Spin, dass man den Film nunmal sehen muss, um die Diskussion darüber nachvollziehen zu können, ging also voll auf.

Zunächst muss ich sagen: Der Film war weniger schlecht, als ich beim Betrachten des Trailers befürchtet hatte. Nein, er ist wahrlich kein guter Film, bestenfalls okay, aber er hat seine Momente. Nicht für den Film spricht, dass diese Momente meist die mit den Cameo-Auftritten von beispielsweise Dan Aykroyd, Annie Potts oder Sigourney Weaver sind. Im Grunde sind alle dabei, von Harold Ramis aus offensichtlichen Gründen mal abgesehen. Ob Bill Murray so lustlos spielt, weil er keinen Bock auf den Auftritt hatte oder weil seine Rolle so angelegt war, kann ich nur spekulieren, ich mag aber die Vorstellung, dass da ein widerwilliger Bill Murray sitzt.

Die leidige Feminismus-Diskussion

Paul Feig ist bekennender Feminist. Ich habe versucht, diese Tatsache beim Schauen des Filmes auszublenden, aber so ganz funktioniert es nicht. Dazu ist der Film zu sehr mit dieser Ideologie aufgebaut und gemacht worden. Männer sind in der Welt von Paul Feig Idioten – ironischerweise auch alle Frauen, abseits der Geisterjägerinnen. Man könnte das als Umdrehung von Filmklischees deuten, allerdings trifft es hier den Falschen: Man zeige mir in Ghostbusters (1984) bitte nur EINEN Charakter, der ansatzweise dermaßen klischeebeladen wie der von Chris Hemsworth gespielte Kevin war! Venkman war ein Chauvi, aber glaubwürdig – und Glaubwürdigkeit spreche ich gut 99% des neuen Casts ab. Einzig Leslie Jones war noch recht bodenständig; umso deutlicher wird, dass sie die herbe Kritik einzig wegen ihrer Hautfarbe abbekommen hat. Aber ein Charakter wie Holtzman? In der realen Welt? Never! Um nochmal den Kevin/Janine-Vergleich zu bemühen: Janine wurde im Original primär wegen ihrer Qualifikationen eingestellt, sie verstand ihren Job, war nicht vertrottelt und eine sehr selbstbewusste Person. Kevin ist das genaue Gegenteil. Will man ihn also ins Feld führen als „Da seht ihr an einem Mann, wie Frauen dargestellt wurden/werden im Film„-Exempel, dann geht es völlig am Ziel vorbei. Immerhin scheint Chris Hemsworth Spaß an der Rolle gehabt zu haben; einmal nicht Thor sein zu müssen, sondern richtig albern sein zu können. Es sei ihm gegönnt.

Sony wird gewusst haben, dass sie da keinen guten Film vor sich haben, und die Reaktionen auf den Trailer deuteten schon ein Desaster an der Kinokasse an. Ich bin überzeugt, dass man da diesen Feminismus-Spin gestartet hat: Wer den Film kritisiert, kritisiert ihn, weil er Frauen hasst. So einfach ist es aber nicht. Die Leute, auch ich, hassen den Trailer, weil er zu einem Film ist, der ein bekanntes und beliebtes Franchise kapert und nicht ansatzweise dessen Kern zu verstehen scheint. Und nein, Ghostbusters (2016) hat den Kern von Ghostbusters (1984) kein Stück verstanden. Es ist nicht Ghostbusters für eine neue Generation (das waren die Extreme Ghostbusters, die zudem noch inklusiver waren und wesentlich sympatischer!), es ist eher eine Fanfiction mit offizieller Lizenz. Quasi das 50 Shades of Grey unter den Action-Comedys.

Mal abseits des Gender-Wahnsinns

All das habe ich beim Schauen ausgeblendet, so weit es mir möglich war. Und dann bleibt eben ein ganz okayer Film, der seine besten Momente primär aus den Cameo-Auftritten und Verweisen auf das Original zieht, ab und an aber auch aus der Spielfreude von Chris Hemsworth. Der Rest plätschert lustlos unmotiviert vor sich hin; anfangs sehr träge, später dann im Schnelldurchlauf alles nötige abgehandelt. Was mir gefallen hat: Die neuen Geisterjäger sind deutlich agiler unterwegs, wie im einzigen großen Gefecht klar wird. Dass Geister nun mit den Strahlern geschleudert werden, passt gut in das modernere Tempo. Damals 1984 war das technisch so kaum drin – man schaue sich nur mal das Making-of an, wo die Macher auch mal über die arme Frau sprechen, die die Strahler von Hand in die Szenen gezeichnet hat! Eine solche Dynamik wie in Ghostbusters (2016) wäre unter diesen Umständen kaum möglich gewesen.

Dennoch: Ich mag die Charaktere nicht, keiner der Gags zündet wirklich so recht und wenn die größte Stärke – für einen Fan des Originals – die Cameo-Auftritte und Verweise auf Ghostbusters (1984) sind, dann zeigt es, dass dieser Film ohne diesen ganzen Gender-Spin und der Ghostbusters-Lizenz komplett untergegangen wäre. Auch ich hätte ohne das kaum einen Grund gesehen, mir das anzusehen. Nun habe ich es getan. Ich lebe noch, meine Kindheits-Erinnerungen an die Original-Geisterjäger wurden nicht davon zerstört. Aber viel mehr positives kann ich dem Film nicht abgewinnen.

Um da mal aus dem Nachfolger von 1989, Ghostbusters II, zu zitieren:

We’re the best. We’re the beautiful. We’re the only Ghostbusters.

– Dr. Peter Venkman

Amazon-Rezensionen unter der Lupe

Kaum einer hat es mitbekommen, aber Amazon hat neulich seine Regeln geändert bezüglich Kunden-Rezensionen. Bislang konnten Händler an Kunden Produkte verbilligt oder gleich kostenlos überlassen mit der „Bitte“ um eine Rezension. Offiziell ist diese Rezension nicht verpflichtend, die Verbindung zum Hersteller muss angegeben werden und auch der Inhalt ist – ebenfalls offiziell – nicht vorgegeben. Rein theoretisch dürfte so ein Rezensent also auch Kritik äußern. Vergleiche mit unabhängigen Rezensionen und dem generellen Schnitt zeigen jedoch: Kunden, die ein Produkt mit Bitte um eine Rezension vergünstigt oder kostenlos erhalten haben, schreiben häufiger Rezensionen und sind dabei oft überwiegend positiv. Zufall ist das sicherlich nicht.

Ich selbst bin über das Problem jetzt mehrmals gestolpert, weil ich bei Produkten zwecks Vergleich immer mal wieder die Rezensionen heranziehe. Und die Zahl der Produkte, die Hinweise auf Verbindung zum Hersteller enthalten (etwa die Formulierung „Dieses Produkt wurde mir im Rahmen eines Produkttestes vergünstigt zur Verfügung gestellt, was jedoch nicht meine Bewertungen beeinflusst.„) ist dabei gefühlt sehr hoch. So hoch, dass ich schon länger dazu übergegangen bin, nur noch die negativeren Rezensionen zu lesen. Hier erfährt man meist eher und ehrlicher von Problemen, die „gekauften“ Rezensionen findet man meist bei den 5-Sterne-Rezensionen.

Ein krasser Fall ist mir neulich untergekommen, als ich nach einem KVM Switch gesucht habe und dabei bei dem Produkt MP power @ 2 Port KVM USB Switch Box Switch-Adapter mit 2 Kabel – zwei Computer mit 1 Monitor / Maus / Tastatur / Drucker verbinden gelandet bin. Aktuell 11 Rezensionen und vier Sterne als Schnitt. Schaut man dann bei den 5-Sterne-Bewertungen (sieben Stück an der Zahl), so stellt man schnell fest, dass davon fünf Stück auf vergünstigten Erhalt mit Bitte um Rezension zurückzuführen sind. 5/7. Schaut man sich die Rezensionen dann noch genauer an, fällt noch etwas auf: Zwei der Rezensionen sind komplett identisch.
Amazon Copycat-Rezension
Also einer dieser 100% objektiven und kein bisschen beeinflussten „Kunden“ war wohl etwas faul, kann das sein? Und schaut man sich die Rezensionen dieser Leute dann an, merkt man schnell: Die bekommen öfter Produkte verbilligt und schlechter als vier Sterne ist da – zumindest auf den ersten Blick – nichts von bewertet worden.

Amazon hat diese Praxis nun untersagt und ein eigenes Programm aufgelegt, bei dem Kunden von Amazon selbst Produkte vergünstigt oder kostenlos erhalten. Diese sind also nicht an den Hersteller gebunden. Ob das die Leute objektiver macht, bleibt offen – denn natürlich ist auch Amazon daran gelegen, dass die Rezensionen eher positiver aussehen, um mehr Absatz zu erzielen. Aber warten wir mal ab…


Endlich wieder Multiplattform!

In der vergangenen Konsolen-Generation hatte ich ja die Vertreter beider Lager bei mir stehen: Microsofts Xbox 360 neben Sonys PlayStation 3. Eigentlich sollte die neue Konsolengeneration bei mir mit einer PlayStation 4 Einzug halten, Amazon hatte bei der Vorbestellung jedoch Mist gebaut und nach einigem Warten habe ich dann aufgegeben und zur Xbox One gegriffen. Letztlich war ich dann doch froh darüber – die Xbox One hatte deutlich mehr Titel, die mich interessierten, allen voran Dead Rising 3, Sunset Overdrive oder auch Forza Horizon 2. Die PS4 bekam ihre für mich interessanten Titel leider erst später – Uncharted 4 (und die Nathan Drake Collection), Ratchet & Clank, etc.

Es war ja klar, dass die PlayStation 4 irgendwann bei mir Einzug halten würde. Mit der Trophy-Aktion, bei der man für verdiente Trophäen auf PlayStation 3 und PlayStation Vita (beide in meinem Besitz) einen Amazon-Gutschein für den Kauf einer PS4 erhalten hat, war es dann soweit. Ich bekam als Gutschrift die maximal möglichen 75€ und suchte bei Amazon nach einem passenden Bundle. Mit Nathan Drake Collection gab es keines, mit Uncharted 4 hingegen schon. Das konnte man aber zum gleichen Zeitpunkt digital auch für deutlich weniger kriegen, also entschied ich mich, mir das Bundle mit No Man’s Sky zuzulegen und Uncharted 4 dafür digital zu erwerben.

Am 12. August war die PS4 samt No Man’s Sky dann hier, schnell noch beim Bruder meiner Freundin InFamous: Second Son ausgeliehen und kurz darauf war auch Uncharted 4 digital erworben. Killzone: Shadow Fall und Tomb Raider hatte ich ebenfalls, zunächst mal war für mich aber das neueste Abenteuer von Nathan Drake wichtig. Das war dann am 14. August auch direkt durchgezockt, nach einer nächtlichen Session. Wider meines Erwarten ein super Spiel, Uncharted 2 bleibt aber klar der König der Reihe!

Mancher mag sich fragen, warum ich beide Konsolen haben muss. Zu Zeiten von GameRadio hätte ich gesagt, um auch ja alles wichtige spielen zu können. Im Grunde gilt das aber auch heute noch – ich will nicht auf Spiele wie Forza Horizon verzichten, aber eben auch nicht auf ein Uncharted. Zum Glück kommt mir da die Ausrichtung der Hersteller sehr entgegen: Eine PlayStation holt man sich für spannende Singleplayer-Abenteuer, Multiplayer-Action auf der Xbox. So war es bei mir in der vergangenen Konsolengeneration und so ist es auch diesmal bislang – was mich auf PlayStation 4 interessiert, sind fast ausschließlich Singleplayer-Spiele. Aber letztlich will ich weder die eine noch die andere Kiste missen.


Leave TmarTn alone!

Ich finde es ungemein wichtig, dass Dinge wie der Skandal mit TmarTn, ProSyndicate und ihrer Gambling-Site CSGO Lotto oder auch die dreckigen Werbedeals von Activision oder Warner Brothers mit Youtubern ans Tageslicht gebracht werden. Mittlerweile stürzen sich aber zig andere Youtuber auf dieses Thema, ganze Kanäle scheinen fast nur noch daraus zu bestehen. Eigener Content Fehlanzeige.

Dabei gibt es zwei Personen, die mir mit ihren Aussagen dazu sehr aus dem Herzen gesprochen haben:
1. TotalBiscuit, der sein Video zu dem Thema nicht monetarisiert hat, weil er nach eigener Aussage nicht an solchen Scumbags verdienen will, und
2. Jim Sterling, der in seinem Video sagt, dass er der Diskussion nichts Neues beizutragen hat und er das Video nur macht, weil er jetzt mehrmals nach seiner Meinung dazu gefragt wurde.

Einige scheinen soviel Rückgrat und Ehrlichkeit nicht zu besitzen. Aktuell zieht das Thema Besucher an und genug Leute versuchen, daran zu profitieren.

TmarTn läd aktuell immer mal wieder COD-Videos hoch. Ja, als sei nichts passiert. Leute kommentieren mit netten ASCII-Grafiken, die das Wort „SCAMMER“ bilden, machen sich über seine Aussagen lustig, die Dislikes übersteigen die Likes bei weitem. Und ja, er verliert Abonnenten. Aber an sich schadet es ihm nicht. Auch die Leute, die da kommentieren, sehen Werbung. Er macht sein Geld auch an diesen Leuten. Wenn man ihm wirklich schaden will, dann muss man ihn beim Geld treffen – also deabonnieren und konsequent ignorieren, was er tut. Das heißt weniger Einnahmen für ihn. Darum: Leave TmarTn alone!

Es gibt bis zur wirklichen Verhandlung dem Thema nichts mehr hinzuzufügen. Stattdessen springen aber alle auf den Zug auf – monetarisierter Content dazu, der wird geklickt und wir verdienen alle daran. Yay!


TmarTn und CSGO Lotto

Nur kurz mal eingeworfen (werde ich künftig vielleicht öfter machen, einfach so Gedanken-Snippets hier reinwerfen): Was hätte TmarTn in seinem „I’m Sorry“-Video sagen können, um seinen verdammten Arsch zu retten? Vielleicht folgendes.

„Ja, ich habe Mist gebaut und über die Tatsache, dass ich der Gründer und Eigentümer von CSGO Lotto bin, gelogen. Das war ein Fehler. Ich habe Leute – vielleicht sogar Kinder – die mir und meinen Aussagen vertraut haben, in die Irre geführt. Ich habe mich da von der Aussicht auf Geld blenden lassen und diese Umstände völlig ignoriert. Das tut mir leid und ich werde es wieder gut machen, soweit dies zumindest möglich ist. CSGO Lotto wird geschlossen werden und ich werde mich nicht mehr in derartige Gefilde begeben. Sämtliche Einnahmen werden – gegebenenfalls aus meinem Privatvermögen – erstattet. Bedingungslos. Für die Zukunft werde ich einen Verhaltenskodex aufstellen, in dem klar geregelt und dargelegt wird, inwiefern ich Gelder oder sonstige geldwerte Vorteile von Publishern erhalte oder mit anderen Seiten kooperiere. Dieser wird uneingeschränkt gelten. Messt mich nicht an dem Mist, den ich da gemacht habe, denn das bin nicht ich. Stattdessen messt mich an dem, was ich in Zukunft tun werde. Danke.“

Hätte ihn das vor Klagen geschützt? Sicher nicht, wir reden hier von Amerika. Aber dieses Eingeständnis wäre ihm vermutlich positiv ausgelegt worden.

Seine Video-Reaktion zeigt jedoch, dass er nichts verstanden hat.


Ghostbusters (2016) wirkt zum Davonlaufen!

Vorab möchte ich anmerken, dass ich schon vor dem Trailer zum Ghostbusters-Reboot wenig angetan davon war. Das lag nicht daran, dass ich nicht gerne einen Nachfolger sehen würde und auch nicht am All-Female-Cast – aber an der Besetzung und den Machern, denen ich kaum zutraue, den Witz von Ghostbusters umzusetzen geschweige denn zu verstehen.

Doch schauen wir uns erstmal den Trailer an:

Ich liebe Ghostbusters! Die Geisterjäger waren ein Teil meiner Kindheit, wie für viele andere Menschen meiner Generation. Ich hab die Filme gesehen, ich hatte das Spielzeug (und auch welches selbstgebaut), ich habe die Zeichentrick-Serie The Real Ghostbusters geschaut und vor einigen Jahren halt auch Ghostbusters: The Video Game gespielt. Die beiden Originalfilme laufen bei mir heute noch mindestens einmal pro Monat, der erste Teil häufiger als das Sequel, aber sie nutzen sich einfach nicht ab. Halt ein Klassiker.

Und dann dieser Trailer. Skeptisch war ich schon im Vorfeld – ich finde es befremdlich, einen Cast zusammenstellen, der von vornherein, bevor irgendwas anderes entschieden ist, derart auf das Geschlecht festgelegt wird. Die Story sollte entscheiden, was für Charaktere es gibt! Extreme Ghostbusters hat gezeigt, dass auch weibliche Geisterjäger funktionieren und ich könnte mir auch einen All-Female-Cast vorstellen, aber doch bitte nicht derart am Reißbrett zusammengestellt. Man entscheide: Alles Frauen, schaue dann, was so im Comedy-Bereich rumläuft und BANG. Fertig ist die Katastrophe der Cast.

Der Trailer hat dann meine größte Sorge bestätigt: Der Humor ist einfach nicht meins. Ich hatte zwar tatsächlich schlimmeres erwartet, gerade von Melissa McCarthy, trotzdem ist das gezeigte Material weit davon entfernt, die Liebenswürdigkeit der originalen Geisterjäger einzufangen. Es fängt mit der überdrehten Abgehobenheit an: Ernsthaft, müssen die Knarren abgeleckt werden, nur um zu zeigen, wie Bad Ass man ist? Diese aufgezwungene Comedy („Is it the hat or the wig?„). Alles Dinge, die Ghostbusters nie nötig hatte. Der Humor war subtiler – man denke an die Szene, wenn Egon das Sedgewick-Hotel nach Geistern abscannt und dabei den Angestellten leicht zur Seite stubst. Ray, Egon und Peter im Aufzug beim Einschalten der Protonen-Packs (achtet mal drauf, wie Peter und Egon zur Seite weichen). DAS ist Ghostbusters!

Paul Feig erklärt Ghostbusters

Laut Paul Feig wird es für alles in Ghostbusters (2016) einen Ursprung geben. Angefangen beim Logo über die Gadgets bis hin zu Ecto-1. Das werte ich durchaus positiv – die alten Filme haben darauf nie viel Zeit verwendet. Vielleicht war aber auch genau das die Stärke: Feig selbst führt an, dass die Tüftlerin im Team – weiss gerade nicht mehr, wer von denen das war – öfter mit neuen Gadgets um die Ecke kommen wird, die mal funktionieren und auch mal nach hinten losgehen. Das wiederum muss einen skeptisch stimmen, werden die Fehlschläge doch unter Garantie für allerlei ach-so-lustige Comedy sorgen. Auch so etwas, was Ghostbusters nie nötig hatte. Die Sachen wurden entwickelt und funktionierten – hätte Egon jemals ein Gerät mit in den Feldeinsatz genommen, das nicht getestet ist und funktioniert (vom ersten Mal abgesehen – aber es wurde nicht für einen billigen Slapstick-Gag ausgenutzt)? Wohl eher nicht.

Ghostbusters (2016) richtet sich eindeutig an ein jüngeres Publikum. Und vielleicht können die diesem Humor und dieser überzogenen Pseudo-Bad-Ass-Attitüde tatsächlich irgendwas abgewinnen, ich kann es nicht. Da lege ich lieber nochmal die Blu-rays der beiden Originale ein oder spiele das Videospiel.


Whatever of the Year!

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Tobi und ich haben für Last Life (verdammt, wir brauchen eine offizielle Schreibweise, ich schwanke immer zwischen „LastLife“ und „Last Life“) ein Video gemacht mit unseren Games of the Year 2015. Wer es noch nicht gesehen hat, kann das hier und jetzt nachholen:

So, wer jetzt erst das Video gesehen hat, wird sich noch erinnern: Ich erwähne mal kurz Dying Light und dass dessen Entwickler, Techland, für mich im Grunde Entwickler des Jahres sind. Auf dem zweiten Platz folgt übrigens CD Projekt RED, Entwickler hinter The Witcher 3: Wild Hunt, aber das nur am Rande. Statt hier nun geile Entwickler aufzulisten, will ich lieber mal erklären, was Techland 2015 so grandioses „vollbracht“ hat.

Ein überraschender Erfolg

Zunächst mal ist da natürlich der Release von Dying Light. Das Spiel kam recht polished (mieser Wortwitz, sorry!) auf den Markt. Ist ja auch nicht so~ selbstverständlich. Blitz-Indizierung, weil ganz ganz doll böse, aber das war abzusehen. Das Gameplay, eine Mischung aus ihren Dead Island-Spielen gepaart mit den Parcours-Einlagen eines Mirror’s Edge, funktionierte entgegen meiner Befürchtungen super, der Spielverlauf wartete mit einigen Überraschungen auf… nur die Story, ja, die schwächelte gewaltig. Das hat mich wenig gestört, im Koop wie auch alleine hat das Spiel mich einfach umgehauen!

Das brachte dem Spiel einen Erfolg ein, den selbst die Macher nicht erwartet hatten. Woher ich das weiss? Einige Zeit nach Release veröffentlichten sie ein Video, auch im Spiel, in dem sie sich bei den Spielern bedankten und tatsächlich selbst fassungslos wirkten ob ihres (verdammt verdienten!) Erfolges. In dem Video gaben sie einen ersten Einblick in den größeren DLC, den sie geplant hatten und der auch Teil des Season Pass sein sollte. Doch der ließ auf sich warten und letztlich musste er verschoben werden, erst am 9. Februar 2016 werden wir diesen spielen können.

Way to my heart

Seitdem haben sie aber weiter an ihrem Spiel gefeilt und viele Verbesserungen und auch einige neue Sachen eingebaut. Nett etwa das System mit den Weapon Dockets – Codes, die sie im Rahmen von Videos, Events und zu allen möglichen anderen Gelegenheiten raushauen und die auf einer Webseite eingegeben zu Kisten mit Waffen und Ausrüstung im Spiel führen, oftmals auch sehr spezielle Dinge. Mein Herz gewannen sie aber so richtig, als sie sich des Deals zwischen Activision bzw Bungie und Red Bull annahmen. Diese hatten Codes, für die man XP und eine „epische Quest“ in Destiny (größte Enttäuschung aller Zeiten für mich!) bekam, auf Dosen des Energydrinks untergebracht. Die Reaktion der Dying Light-Macher ist dann so ziemlich der genialste PR-Schachzug, den ich bislang gesehen habe:

DyingLightWater

Was das soll? Statt den Fans teure Energydrinks anzudrehen, sagen sie: Trinkt Wasser! Durst ist real. Das Versprechen: Je mehr Leute sich beim Trinken eines Glas Wasser fotografieren (lassen) und dieses Bild unter dem Hashtag #DrinkForDLC bei Twitter posteten, desto mehr Belohnungen sollte es geben. Und wieder wurden sie von den Reaktionen ihrer Fans überrascht, denn es gab eine ganze Welle (schlechter Wortwitz Nummer 2) an Einsendungen, und so drehte Techland das alles noch eine Stufe höher: Mehr Bilder = noch mehr Belohnungen. Selbst ich, der sich eigentlich von all diesen Socialmedia-Aktionen fernhält, MUSSTE da einfach mitmachen:

PhanZeroDrinkForDLC

Und sie haben geliefert, und sie werden auch noch einige Inhalte nachliefern, die durch die Aktion „freigeschaltet“ wurden. Aber ganz ehrlich: Darum ging es nie. Zumindest mir nicht – der Stinkefinger Richtung Destiny war mir Belohnung genug. Und das bringt uns zu dem DLC, der am 9. Februar erscheinen wird.

Gehaltene Versprechen

Dieser DLC wird Dying Light: The Following heißen und er ist deutlich größer geworden, als die Entwickler ursprünglich geplant hatten. Es wäre nicht wirtschaftlich gewesen, das zum zunächst angepeilten Preis zu verkaufen, also entschied man sich, den Preis etwa 10 Euro höher anzusetzen. Und das galt auch für den Season Pass. Statt diesen nun aber still und leise im Preis zu erhöhen oder gar den DLC runterzukürzen oder den Besitzern des Season Pass mit irgendwelchen fadenscheinigen Erklärungen vorzuenthalten, gaben sie diese Änderung einige Zeit vor der Preiserhöhung bekannt. Man konnte also den Season Pass noch zum günstigeren Preis bekommen. Mehr als nur Versprechen gehalten.

Mit dem DLC zusammen erscheint aber mehr: Das Spiel kommt erneut in den Handel – als Dying Light: The Following – Extended Edition. Die Extended Edition beinhaltet einen ganzen Haufen an Überarbeitungen, die hier jetzt den Rahmen sprengen würden (verbesserte KI und Performance, neue Schwierigkeitsstufe, Items, Waffen, …). Wieder eine super Gelegenheit, die Fans der ersten Stunde erneut richtig zu schröpfen (Activision/Bungie hätten sich diese sicherlich nicht entgehen lassen!), und wieder kam: Nichts dergleichen. Dying Light wird ab dem 9. Februar einfach zur Extended Edition. Wer also das Hauptspiel samt Season Pass besitzt, bekommt all das, was auf der erweiterten Fassung im Handel zu finden sein wird.

Die sind verrückt!

Hier könnte eigentlich Schluss sein und ich meiner Liebe zu diesem Entwickler genug Ausdruck verliehen haben, aber nein! Um die Map des neuen Areals für den The Following-Addon (der Begriff trifft es eher als DLC) zu präsentieren, haben sie eine kleine Rennstrecke aufgebaut und darauf einen Wagen gesetzt, der per Twitch beobachtet und mit dem Hashtag #TweetForSpeed beschleunigt werden kann und damit immer mehr von der Karte offenbart. Verrückt? Nein, verrückt ist, was dann abging: Nachdem ein Studio-Hund, der sich mehrmals vor der Kamera zeigte, dort weggezogen wurde wie von einem Zombie, streuen die Entwickler immer wieder kleine Gags ein: Mal greift eine Zombie-Horde an, mal wird ein Entwickler wie von einem Zombie weggezerrt, … herrlich!

Man merkt einfach: Die sind positiv verrückt. Sie haben Spaß an dem, was sie da tun und sie sind immer noch überwältigt von dem Erfolg ihres Spieles. Zu Recht. Und all das (und noch viele Kleinigkeiten mehr, wie die ganzen Easter Eggs in Dying Light) machte Techland für mich zum Entwickler des Jahres 2015 und sie sind gerade dabei, sich diesen Platz für 2016 erneut zu sichern. Liebe Jungs und Mädels von Techland, ihr seid die Geilsten!


Alte Spiele überteuert neu aufgelegt

Während die Xbox One gelernt hat, Xbox-360-Spiele zu emulieren (nicht mit Abwärtskompatibilität verwechseln!), hieß es von Sony immer: „Brauchen wir auf der PS4 nicht.“. Warum auch? Man hat ja den Bezahldienst PlayStation Now – PS3-Spiele im Abo per Stream. Durch die Hintertür Star Wars: Battlefront kam dann aber doch noch eine Emulation früherer Titel – von der PS2. An sich kein dummer Zug, immerhin ist die PlayStation 2 eine, wenn nicht DIE erfolgreichste Konsole überhaupt und man kommt PlayStation Now nicht ins Revier.

Sony hielt sich zunächst bedeckt, weitere Titel werden folgen, wann und unter welchen Konditionen blieb offen. Bis jetzt! Die harten Fakten: Spiele wie etwa GTA III kosten dann schonmal 14,99 US-Dollar, man darf also von einem Preis von 14,99 Euro bei uns ausgehen. Aber kein Problem, denn man kann ja einfach die Disk… nee, vergesst es! Wenn ihr GTA III auf Disk besitzt, wird es nicht funktionieren. Okay, dann bekommt man es aber, wenn man die Version im Store für PS3 als Classic erworben hat, oder? Nö, auch nicht. Es gibt keinen Weg, der um die 14,99 Euro herumführt, wenn man GTA III (oder auch GTA: Vice City, GTA: San Andreas oder diverse andere Titel) auf der PS4 spielen will. Man KÖNNTE es mit etwas gutem Willen vielleicht mit den Zusatzfeatures rechtfertigen, die Sony den Klassikern spendiert hat: Trophy-Support, Uprendering auf 1080p und natürlich die PS4-eigenen Features wie Streaming. Und die Spiele laufen bisherigen Beobachtungen zufolge tatsächlich besser als auf der Original-Hardware. Ob das den Preis rechtfertigt, wird wohl jeder mit sich selbst ausmachen müssen. Ich jedenfalls sehe keinen Mehrwert für mich darin, 15 Euro auszugeben, um eine weitere Version der Titel der GTA-Klassiker zu haben.

Umso mehr gefällt mir den Ansatz, den Microsoft bei der Xbox One geht: Besitze ich die Disk, brauche ich diese als Legitimation, ansonsten berechtigt der Besitz des Spieles bei Xbox Live zum Download der Version auf Xbox One. Und da habe ich dann auch die Features der Xbox One drin, also Aufzeichnungen, Streaming, Screenshots, etc. Damit habe ich bereits nochmal Assassin’s Creed II durchgespielt, mich mit Just Cause 2 noch schnell auf Just Cause 3 eingestimmt und einiges mehr nochmal (an)gespielt. Und Zusatzkosten. Und dann denkt man eben auch mal darüber nach, eines der Spiele eventuell doch noch zu erwerben, die jetzt auf der Xbox One laufen und die man nicht besitzt, aber gerne mal spielen wollen würde.

Schade, Sony, aber das ist ein dämlicher Move.


Spuck’s aus!

Seit ich meine Schulung zum Fachinformatiker mache, fahre ich täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das bedingt auch mal Wartezeiten an Haltestellen, wo man mit anderen Menschen dann eben auf den Anschluss-Bus wartet. Und dabei kann man halt dann auch mal einige Verhaltensweisen beobachten, die einen verwundern. Eines, das mich seit jeher erstaunt, ist dieses Bedürfnis, wo man geht und steht erstmal hinzurotzen. Warum zum Geier tun Leute sowas?

Beobachtet das mal. Sobald die Leute etwas länger irgendwo stehen oder sitzen, wird auf den Boden gespuckt. Ganz nebenher, als sei das ganz natürliches Verhalten, fast einem Grundbedürfnis gleich. Sobald die gleichen Leute aber in einem geschlossenen Bereich – einem Gebäude oder eben dem Bus – sind, wird dieses (von den meisten Personen jedenfalls) direkt eingestellt. Das ist schonmal ein Indikator dafür, dass es wohl kein Grundbedürfnis nach Ausspucken gibt.

Was ich auf Anhieb zu dem Thema finden konnte, war eine einzige Information: Raucher spucken wohl mehr, da ihre Schleimproduktion erhöht ist. Ein anderer Artikel stellt fünf Thesen auf, warum Fußballer spucken: Als Abschluss eines Spielzugs, aus Aberglaube, Zeichen der Stärke, als Ersatz für das Schwitzen oder Todesverachtung. Selbst wenn eines davon tatsächlich der Grund sein sollte, weswegen der gemeine Fußballer den Rasen vollrotzt, so dürfte all das nicht auf die wartenden Passagiere eines Busses zutreffen. Okay, Todesverachtung vielleicht – man muss schon ein harter Hund sein, allmorgendlich sich dem engumschlungenen Kuscheln mit Fremden zu widmen. Nee, Unsinn…

Aus meiner Sicht ist das ein arg primitives Verhalten, das die ausführenden Personen dumm wirken lässt. Gut, mithin ist das weitere Auftreten gerade von Jugendlichen da auch wenig förderlich, aber gerotzt wird durch nahezu alle Altersschichten, auch das kann also nicht der ausschlaggebende Faktor sein. Bliebe also nur noch die Markierung des Reviers… womit wir wieder bei dem primitiven Verhalten wären. So oder so, es lässt Menschen extrem schlecht aussehen. Zumindest in meinen Augen.


Das Ende der Adblocker?

Ich hatte es zunächst nur am Rande wahrgenommen: BILD.de bzw der Axel-Springer-Verlag hatte begonnen, Nutzer von Adblockern von ihrer Webseite auszusperren. „Gut„, sagte ich mir, „das tangiert mich mal ziemlich peripher“ – immerhin lese ich BILD nicht. Nun haben aber auch andere Verlagshäuser einen Blick auf das neue Modell von BILD geworfen und schauen natürlich genau, wie sich das alles entwickelt, um dann mit eigenen Implementierungen an den Start zu gehen. So weit, so nachvollziehbar.

Viele Nachrichtenportale könnten sich also in Zukunft eines dreiteiligen Misch-Modells bedienen: Finanzierung durch Werbung, Abo für Werbefreiheit und Blockierung von Adblock-Nutzern. Das ist zunächst vollkommen legitim. Was mich dabei stört ist dieses Festhalten an dem Finanzierungsmodell Werbung. Natürlich müssen die Seiten Geld verdienen, Werbeeinblendungen haben sich in der jüngeren Vergangenheit aber oftmals als problematisch erwiesen: Immer wieder gab es Fälle, in denen über die Ad-Server auch Schadcode ausgeliefert wurde – auch auf großen Seiten, das betrifft also nicht nur Nutzer „zwielichtiger“ Seiten. Zudem schlucken diese Anzeigen natürlich Bandbreite und bremsen den Aufbau der Seite. Nicht vergessen werden sollte, dass manche Seiten ihre Inhalte mit Popups, selbststartenden Videos und Werbeanzeigen regelrecht zuschütten und man erstmal zig Anzeigen wegklicken muss (und dabei aufpassen muss, den kleinen „Schließen“-Knopf auch ja präzise zu erwischen, sonst öffnet sich eine andere Seite), bevor man mit dem Lesen der eigentlichen Seite beginnen kann.

Gerne können die Verlagshäuser auf das oben genannte Modell zurückgreifen – dann sollten sie aber auch sicherstellen, dass a) ihre Anzeigen nicht zu störend sind, b) für die Schadcode-Freiheit garantieren können, und c) diese Anzeigen nicht allzu ressourcenfressend ausfallen. Wenn das sichergestellt ist, wird sich auch kaum jemand beschweren, wenn Werbung eingebunden ist. So, wie es aktuell ist, wirkt es, als mache man die Seiten mit störender, aufdringlicher Werbung bewusst unattraktiv, um Abos zu verkaufen. Das ist ziemlich unsauber.

[ UPDATE ]
Gerade aktuell meldet Heise Online mal wieder einen Fall von Malvertising – also dem Versand von Malware über Werbe-Anzeigen. Betroffen soll ein ganzer Vermarkter sein, die Anzeigen unter anderem bei ebay.de, t-online.de und anderen Seiten eingeblendet worden sein. Wie man das verhindern kann? Indem man selbst den Ad-Server betreibt und genau schaut, was darüber läuft. Oder, auf Anwenderebene, eben die Installation eines Adblockers… und damit bestimmte Seiten nicht mehr besuchen zu können.