Autor: <span class="vcard">PhanZero</span>

Spiel auf Xbox One trotz defekter Disk installieren

Ich hatte seit einiger Zeit das Problem, auf meiner Xbox One (und später auch auf der Xbox One X) meine Disk-Version von Grand Theft Auto V nicht mehr installieren zu können. Immer wieder wurde die Installation gestoppt mit dem Hinweis “Installation angehalten.”. Ich vermute Lesefehler von der Disk, obwohl diese recht unbeschädigt aussieht. Dagegen spricht, dass es immer wieder an unterschiedlichen Stellen auftrat. Aber letztlich fand ich doch noch eine Lösung, die funktionierte.

Der Trick besteht darin, die Installation zu starten und direkt zu stoppen. Danach geht ihr in den Store, sucht das Spiel (in meinem Fall also Grand Theft Auto V) raus und ihr findet auf der Seite die Option, das Spiel zu installieren. Die Konsole hat also eure Disk erkannt und erlaubt euch, diese als Legitimierung für die Installation via Xbox Live (also aus dem Internet) zu nutzen. Je nach Spiel und eurer Internetverbindung kann das durchaus länger dauern als die Installation von Disk, aber immerhin funktioniert es dann.

Hoffe, der Tipp hilft euch, wenn ihr mal in diese Situation geraten solltet.


Das deutsche (Gaming-)Youtube & ich…

Aktuell habe ich so eine Phase an mir bemerkt, in der ich mehr Interesse an Analysen zu Videospielen habe als an irgendwelchen Tests, die mir sagen was ich -mit gut über 30 Jahren Videospiel-Erfahrung- ohnehin schon im Vorfeld ganz gut abschätzen kann. No hate here, mag sicherlich Spieler geben, die lieber einem Test vertrauen statt ihrer Intuition, und ja, manchmal versagt meine Erfahrung auch völlig und ich habe plötzlich ein Schrott-Spiel gekauft. Die Sache ist nur die: Ich interessiere mich mehr für Betrachtungen über einzelne Elemente und Hintergründe, Level-Design und Details, nicht so sehr dafür, wie Tester X die neueste Call of Duty-Schießbude findet.

Das Internet ist weit und bietet für jeden Geschmack irgendwo was passendes. Kanäle wie der von Mark Brown, Raycevick oder auch Turbo Button sind mit ihren Analysen und recht aufwändig gemachten Videos “outstanding“. Dieses Wort verwende ich hier bewusst, denn: All diese Kanäle sind englischsprachig. Was gibt es im deutschsprachigen Raum, das damit vergleichbar wäre? Diese Frage habe ich Twitter gestellt.

Die erste Antwort bekam ich von meinem LastLife-Kumpel Tobi – er empfahl mir Speckobst. Hatte ich schonmal ein Video von gesehen, aber mir den Kanal und die Videos sonst nie weiter angesehen. Gute Videos, interessante Themen und eine sehr angenehme Aufbereitung, deren Qualität eine Menge Arbeit im Hintergrund vermuten lässt. Habe ich also direkt abonniert.

Die nächste Empfehlung war Gamesground. Hatte ich noch nie von gehört und entsprechend mal kurz reingeschaut und einiges gesehen, was mich ansprach. Also erstmal abonniert und mich dann später am Abend mal mit den Videos dort befasst. Gerade die Analysen zu dem kommenden Spider-Man-Spiel von Insomniac Games zeigen, welche Richtung der Kanal einschlägt: Detailreiche Analyse mit Querverweisen und viel Aufwand, locker humorvoll aufbereitet und angenehm zu schauen. Das Abo bleibt also auch bestehen.

Und dann ist da noch VGCloseUp. Von ihr stammte die Empfehlung zu Gamesground und dabei brachte sie noch eine schamlose Selfpromotion ihres eigenen Kanals unter. Den kannte ich tatsächlich sogar schon, bin mal irgendwann über Rainer Schauder, der jetzt primär den Podcast DashFM zusammen mit YetiVin macht, bei einem Video von ihr gelandet. Ist ein etwas anderes Konzept als die vorgenannten Kanäle, setzt mehr Kamera ein und hat damit einen gewissen “Videocast-Style“, aber auch sie bietet interessante Themen und Gedanken rund um Gaming auf ihrem Kanal an und lockert die Videos immer wieder auf. Also auch da mal ein Abo dagelassen…

Kurzum: Youtube-Deutschland ist nicht verloren. Ja, wir haben eine Menge Müll auf Youtube, der so tatsächlich nur hier in unserem Land Zuschauer und Fans findet, aber wir haben eben auch solche Perlen. Leute, die trotz einer recht überschaubaren Anzahl an Abonennten interessante und technisch sehr gelungene Videos auf die Plattform bringen. Danke dafür. (und jetzt muss ich mich durch einen Berg von Videos klicken… ihr entschuldigt mich, ja?)


StreamTools – DeathCounter für OBS & Co

Ich war für meinen Bloodborne-Stream lange auf der Suche nach einem geeigneten Skript, um meine (vielzähligen) Tode zu zählen und diese im Stream auch auf dem Bildschirm zeigen zu können. Da ich mit OBS streame, war die Art der Darstellung schnell klar: Die Zahl sollte in einer Text-Datei stehen und wird direkt in OBS eingesetzt. Nur das Skript, um per Hotkey den Counter zu steuern, das war ein Problem. Ich habe verschiedene Tools getestet – und so richtig zufrieden war ich mit keiner Lösung. Dabei wollte ich doch nur eine ganz simple Funktion haben: Taste drücken = Zähler hoch; andere Taste drücken = Zähler runter (habe ich selten gebraucht, aber schaden kann das ja nicht). Also habe ich mich mit meinen spärlichen C#-Kenntnissen drangemacht, mir selbst ein entsprechendes Tool zusammenzubauen.

Ursprünglich war dieses Programm nur für mich und meine Zwecke gedacht. Es ist zweckmäßig und funktioniert – dennoch übernehme ich keinerlei Garantie, der Download und die Nutzung der hier angebotenen Dateien erfolgt gänzlich auf eigenes Risiko!

Download: StreamTools.zip

Zur Bedienung: Ihr legt die StreamTools.exe am besten in einen eigenen Ordner, dann könnt ihr auch problemlos mehrere Counter für unterschiedliche Spiele anlegen. Beim ersten Start wird ein Unterverzeichnis textfiles erstellt, in dem zwei Dateien stehen:

deathcounter_live.txt – enthält den Stand für diese Session
deathcounter_total.txt – enthält den Stand über alle Sessions

Im Programm könnt ihr den vollständigen Pfad dieser Dateien direkt in die Zwischenablage kopieren, um diese in OBS als Quelle (“Text (GDI+)“) nutzen zu können. Die Funktionen im Programm selbst sollten selbsterklärend sein, ihr könnt mit den Tasten [STRG] + [F12] bzw. [STRG] + [F11] den Counter hoch- bzw. runterdrehen. Nach einem Update könnt ihr erst nach 2 Sekunden wieder eine Eingabe tätigen – das habe ich als Sicherheitsmaßnahme eingebaut, nachdem ich mit einem Druck auf mein Elgato StreamDeck den Hotkey doppelt ausgelöst hatte.

Und durch die entsprechenden Schaltflächen könnt ihr den Live-Counter auf 0 setzen, was vor Beginn einer neuen Spielsitzung gemacht werden sollte, und ihr könnt die Counter komplett zurücksetzen.

Viel mehr geht aktuell nicht im Programm. Ich habe schon angefangen, eine Integration des Elgato StreamDeck einzubauen – damit kann man angeben, welche Taste des StreamDeck mit den Hotkey-Funktionen belegt sein soll und diese zeigen auch jeweils den aktuellen Stand an. Ob und wann ich das veröffentlichen werde kann ich aber noch nicht sagen.


Fallout History Teil 2 endlich fertig!

Kennt ihr diese Youtuber, die ständig irgendwelche Video-Projekte ankündigen, und dann kommt doch nichts mehr dazu? Für die letzten drei Jahre war ich selbst so ein Youtuber: Ich hatte bei LastLife mit der Fallout History angefangen (es war unser erstes Video auf dem Kanal!) und in diesem ersten Teil Fallout und Fallout 2 behandelt. Das Versprechen: Die weiteren Hauptteile werden natürlich auch noch folgen. Nur daraus wurde lange nichts – das Skript lag bei mir auf der Festplatte, ebenso wie jede Menge Videomaterial, das ich im finalen Video zeigen wollte. Irgendwie kam aber immer irgendwas dazwischen und ich konnte mich irgendwie nicht aufraffen, das Video fertigzustellen. Auch Bethesda machte mir da immer mal wieder einen Strich durch die Rechnung: Lautete die Aussage anfangs in meinem Skript noch, dass man dort sicher längst an einem Fallout 4 arbeiten dürfte, wurde eben dieses plötzlich angekündigt… veröffentlicht… ich hatte Eindrücke vom Durchspielen… es kamen DLCs… ARGH!

Es war mir unangenehm. Jedes Mal, wenn ich in meinem Projekte-Ordner etwas gemacht habe, lag da eben auch der Ordner “Fallout History Pt 2“. Seit drei fucking Jahren! Ausgelacht hat er mich, der Drecks-Ordner! Jetzt lache ich… und konnte ENDLICH das versprochene Video liefern, um mit den Hauptteilen der Reihe abschließen zu können.

Ich habe einiges ausprobiert dafür: Neue Einblendungen für die Titel der gezeigten Spiele gemacht (wobei ich hinterher sogar noch eine bessere Idee hatte), neues Mikrofon angeschafft, die Kommentarspur segmentiert für mehr Kontrolle über die Pausen, passende Themes als Hintergrundmusik, an wenigen Stellen Ingame-Sound durchkommen lassen, … kurzum: Ich wollte, wenn es schon so lange in Arbeit war, dann auf den letzten Metern mein Bestes geben, dass es auch ein gutes Video wird. Und ich denke, dass mir das gelungen ist.

Ich werde nicht versprechen, dass es ein Bonus-Video geben wird, aber aktuell denke ich darüber nach. Mal sehen, was daraus wird… habe ja jetzt bis 2021 Zeit. 😉

PS: Den Ordner zu dem Projekt habe ich tatsächlich vor drei Jahren angelegt:

Dort haben sich letztlich 223 Dateien in 9 Unterordnern angesammelt. Ich habe natürlich nicht alle verwendet, aber… ich wollte auch nicht in die Verlegenheit geraten, etwas zeigen zu wollen und dann kein passendes Material zu haben.


Insert Moin und die Paywall

Zunächst: Ich bin ein großer Freund vom Konzept hinter Patreon. Immer wieder sage ich: Wenn ihr mit euren Inhalten Geld verdienen wollt, macht es bitte nicht mit Werbung. Und dann ist Patreon die beste Alternative. Überzeugt hatte mich davon so richtig Hooked – deren Ankündigungsvideo führte dazu, dass ich schon während es noch lief einen Account bei Patreon gemacht habe, um sie zu unterstützen. Die letzten Tage hatte ich immer mal wieder überlegt, auch 5$ pro Monat an Insert Moin zu spenden – und dann kam die 2.000ste Folge ihres Podcasts. Ab Zeitstempel 00:21:20 sprechen Manu, Micha und Daniel dort von Änderungen, die sie an ihrem Patreon-Modell vornehmen werden. Ich hatte Manu per Direktnachricht bei Twitter schonmal meine Gründe genannt, warum mich das davon abhält, sie zu unterstützen – aber ich will das hier auch nochmal in vollständiger Form öffentlich preisgeben.

Zunächst mal: Die drei brauchen lange, um auf die Änderungen zu sprechen zu kommen. “Hot-Potato-Game” trifft es da tatsächlich ganz gut – niemand will das böse Thema so recht anschneiden. Das ist kein guter Start in die Bitte nach Unterstützung. Was mich daran aber am meisten störte: Es ist ein Bejammern der eigenen Situation. Homisite – den ich noch vom GamePro-Forum her kenne – nannte es “teils fatalistisch” klingend und das war auch mein Eindruck. Verdammt Jungs, ihr macht guten Content und verdient die Unterstützung! Aber das spiegeln die Stretch-Goals auch irgendwie nicht wieder: Ab 3.500$ soll ein neues Format möglich sein, obwohl alle drei offen sagen, neben ihrem Hauptberuf immer weniger Zeit für das Projekt Insert Moin zu finden und am Rande zum Burnout zu stehen? Wie soll das funktionieren?! Tom und Robin von Hooked haben in ihrem Video klar gesagt: Mehr, als wir derzeit machen, ist nicht drin – es muss also etwas davon hinter die Paywall. Das ist ehrlich und vermisse ich bei den Überlegungen von Insert Moin.

Dann mangelt es mir an Klarheit über die Zukunft. Was, wenn nicht die 5.000$ zusammenkommen, die nötig sind, damit Manu das hauptberuflich machen und schonmal Micha beruflich kürzer treten kann? Wie steht es dann mit dem Engagement? Auch hier waren Hooked wieder präziser: Es wird so oder so weitergehen, nur kann bei unvorhergesehenen Kosten durchaus die weitere Existenz gefährdet sein. Das ist verstädnlich, nachvollziehbar – zumal bei den beiden Hooked nunmal bereits der Hauptberuf IST. An der Stelle wundert mich noch, wieso die Zukunft von Hooked – also zwei Selbstständigen! – mit 5.000$ gesichert ist, Insert Moin bei 5.000$ aber gerade mal einen von drei Leuten hauptberuflich an der Geschichte sitzen hat, während zwei Drittel des Teams weiter am Burnout-Rand taumeln? Wäre es nicht sinnvoller, wenn mit dem Geld jeder etwa einen Tag pro Woche oder so im Hauptberuf kürzer treten könnte? Und wenn mehr Geld rein kommt sind es zwei Tage für jeden, etc? Aber das ist nur so ein Gedankenspiel, generell ist mir egal, wie das Geld intern verwendet wird, solange es die Zukunft an sich sichert.

Die sehe ich bei Insert Moin noch aus einem anderen Grund gefährdet: Der Plan ist, ALLES hinter die Paywall zu packen, Sonntags soll es einen kostenlosen Podcast geben, der sich aber wohl primär an die “Nichtzahler” richten soll. Quasi also die Werbung für den Inhalt hinter der Paywall. Generell: Es braucht Inhalt VOR der Paywall, um neue Leute zu gewinnen. Aber wirklich Inhalt und nicht Werbung für das, was hinter der Paywall wartet. Es gibt immerhin einen Schnupper-Pledge für 2$, mit dem man die erste Woche des Monats hören kann, aber auch das ist erstmal eine Hürde. Gedankenspiel: Ich habe keinen Patreon-Account, stoße dann auf diesen Sonntags-Podcast… werde ich mir daraufhin einen Account bei Patreon machen und all das, ohne den Podcast besser zu kennen? Auch hier ist Hooked wieder das positive Gegenbeispiel: Die haben nur einen sehr kleinen Teil hinter die Paywall gepackt. Es steht also noch genug “außerhalb” dieser Hürde, was für Hooked wirbt und neue, hoffentlich zahlende, Leute anspricht. Auch hier noch kurz am Rande angeführt, dass Hooked meinetwegen auch alles vor der Paywall stehen haben könnte, die 5$ von mir wären ihnen dennoch sicher… aber alles HINTER die Paywall packen? Hart.

Das wirklich Schlimmste finde ich aber das Timing. Muss man das echt in der 2.000sten Folge machen? Sowas sollte ein leichter Rückblick sein auf das Erreichte, den Weg hierher. Und nicht Fatalismus über die Zukunft. Schulterklopfer, Anekdoten, Meilensteine… das hättet ihr bringen sollen!

Ich fürchte, ihr werdet mit diesem neuen Konzept scheitern – wünschen würde ich es euch nicht. Ich mag Insert Moin und es gehört einiges dazu, einen täglichen(!) Podcast auf die Beine zu stellen. Dafür habt ihr meinen vollsten Respekt! Und genau das ist es, wofür ich euch unterstützen wollte – und nicht das Selbst-Bejammern, den Fatalismus und die unklaren Zukunftsaussichten. Mag hart klingen, ich kenne keinen von euch drei persönlich und kann nicht beurteilen, wie bei euch die Situation und die Stimmung wirklich ist im Team. Aber so, wie es hier für mich rüberkam, ist das Ende eingeläutet worden. Das ist nicht die Stimmung, mit der man aus einer Jubiläumsfolge entlassen werden sollte. Ich hatte gehofft, dass mir diese Folge und die angekündigten Änderungen den Anstoß geben, jetzt endlich die paar Klicks zu machen, um auch euch zu unterstützen – stattdessen haben sie mir diesen Schritt ferner werden lassen, sorry.


Das Ende von superlevel.de

Es ist kein guter Start in einen Sonntag, wenn das erste, was man bei Twitter zu lesen bekommt, das Ende von Superlevel verkündet. Wer es nicht kennt: Superlevel ist (noch) eine Gaming-Seite, die sich primär mit Indie-Games befasst, aber auch abseits dessen viele spielerelevante Themen aufgebracht hat. Einige Zeit fand sich auch der tägliche Spiele-Podcast Insert Moin unter dem Dach von Superlevel. Fabu hat zudem noch das Format Doomian aus der Taufe gehoben; eine Art Call-in-Sendung zu Themen, die er im Vorfeld nicht kennt.

Ich muss dazu sagen, ich habe Superlevel nie wirklich ernsthaft verfolgt; ich könnte euch nichtmal sagen, wer neben Fabu alles Teil des Teams war. Gab es dort interessante Themen, stieß ich meist per Twitter drauf und habe den jeweiligen Artikel gelesen, das war es dann auch. Trotzdem ist das Ende schade, auch für mich. Ohne dass ich es gemerkt hätte, war Superlevel wohl doch ein stärkerer Teil meiner Informationsbeschaffung. Viele, die mich nur von LastLife her kennen, wissen zum Teil gar nicht, dass dies unser “zwangloses Nachfolge-Projekt” zu einer anderen Gaming-Seite ist: GameRadio. Insofern kann ich nachfühlen, wie es dem Team jetzt wohl gehen mag, auch wenn die Gründe für das Ende von GameRadio wohl anderer Natur waren als bei Superlevel.

Den Leuten wünsche ich auf jeden Fall alles Gute für Nachfolge-Projekte wie das eiligst aufgestellte Lost Levels oder eben Doomian, aber auch viel Erfolg für Projekte, die sie zukünftig abseits von Spiele-Journalismus starten werden. Ich bin sicher, dass wir in Zukunft noch einiges von ihnen hören werden und ihre Stimme innerhalb der Videospielwelt noch nicht verklungen ist. Danke für die 8 1/2 Jahre Unterhaltung und interessante Themen, von denen ich vermutlich nur einen sehr geringen Bruchteil mitbekommen habe!


Ich will ein Nintendo Mini!

ICH WILL EIN NINTENDO MINI! Nein, nicht ein NES Mini und auch kein SNES Mini. Für jedes Nintendo-System ein eigenes Plastikgeraffel unter dem TV stehen zu haben, parallel zu den aktuellen Konsolen, mit einer zwar sehr guten, aber dennoch eingeschränkten Spiele-Auswahl – das macht keinen Sinn! Dass man sie dann noch künstlich verknappt ist ebenso ein Witz; der Großteil der Vorbestellungen entfällt auf Leute, die diese Geräte dann wieder für ein Vielfaches des eigentlichen Preises bei eBay verticken.

Ich könnte natürlich auf Emulatoren verweisen und den Aspekt, dass ein Raspberry Pi 3 mit RetroStation sehr schnell aufgesetzt ist und weit mehr Features und Möglichkeiten bietet, zumal sich per Adapter sogar die Original-Gamepads der Systeme noch nutzen lassen. Der Hardcore-Fan wird sicherlich darauf verweisen, dass er eben “das Gefühl des Originals” will. Nur: Das bietet mir Nintendos Mini-Reihe doch ohnehin nicht: Im Inneren der Geräte werkeln nicht die Chips von einst, sondern ein Minicomputer, auf dem ein Emulator läuft. Mehr noch: Auch die Pads sind Nachbauten, Original-Pads von einst kann ich nicht an die Geräte anschließen. Und seien wir ehrlich: Das authentischste Erlebnis bietet nur die Original-Hardware, wo wir noch durch die Module pusten mussten, wenn sie nicht erkannt wurden.

Aber abseits dessen: Was zur Hölle hindert Nintendo daran, eine ECHTE Retro-Konsole zu machen? Auch mit Emulation, aber einer Internet-Anbindung, worüber sich Spiele aus der Virtual Console generationenübergreifend auf das System laden lassen? Es wären mehrere Gehäuse-Stile denkbar, alles mit SNES-Pad spielbar, für NES-Spiele lässt sich ein NES-Pad nachkaufen und Original-Pads lassen sich ebenso anschließen. Solange das nicht ist, brauche ich weder ein NES noch ein SNES im Mini-Format. Und ehrlich: Ein SNES-Mini ohne Chrono Trigger? Geht mal gar nicht.


Youtuber sind keine Synchronsprecher!

Immer häufiger werden bekannte Youtuber bei der Synchronisation von Videospielen oder auch Filmen als Sprecher gecastet. Das zieht natürlich gut im Marketing, wenn man da jemanden präsentieren kann, der bei der Zielgruppe bekannt ist und gut ankommt. Dummerweise werden diese oft eher wegen ihrer Bekanntheit (also ihres Namens) aufgestellt und nicht, weil sie gute Synchronsprecher wären oder weil sie etwa dem Charakter mehr Persönlichkeit verleihen würden.

Ich war heute in The LEGO Batman Movie – sehr guter Film mit viel Witz. Allerdings verstehe ich beim besten Willen nicht, wieso man angesichts all der Profi-Synchronsprecher bei der deutschen Stimme des Jokers (im Original gesprochen von Zach Galifianakis, bekannt etwa aus Hangover) unbedingt den Youtuber Gronkh besetzen musste. Ja, der kommt bei der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen sicher gut an, aber ich fand seine Darbietung als Joker dermaßen langweilig und uninspiriert, dass ich wirklich froh war, wenn er nicht zu hören war. Warum Gronkh? Gibt es nicht genug Synchronsprecher, die es hätten besser machen können? War Michael Iwannek nicht frei, der sonst dem Joker im LEGO-Universum die Stimme leiht und die deutsche Synchronstimme von Galifianakis ist? Warum dann nicht auf Leute zurückgreifen wie Simon Jäger, der dem Joker schon in Nolans The Dark Knight die Stimme lieh oder Videospielern etwa als Vaas aus Far Cry 3 bekannt sein dürfte? Aber Gronkh? Ernsthaft?!

Es zeigt sich, dass Youtuber nicht unbedingt auch gute Sychronsprecher sind. Dazu gehört mehr als nur etwas einzusprechen. Betonung, Stimmlage, das Schauspiel mit der Stimme… all das lässt Gronkh (schmerzlich) vermissen. Und sticht damit gerade im Kontrast zu der ansonsten erstklassigen Sprecher-Riege negativ hervor. Fazit: Sehr guter Film, den ich sicher auf Blu-ray holen werde und nie wieder auf Deutsch schaue. So wie ich auch Just Cause 3 nie im Leben auf Deutsch spielen wollen würde. Da war es übrigens auch Gronkh, der absolut deplatziert wirkte…

NACHTRAG:
Übrigens wurde in The LEGO Batman Movie auch Dick Grayson aka Robin von einem Amateur gesprochen, von dem Comedian Luke Mockridge. Der störte mich persönlich aber weit weniger als Gronkh in der Rolle des Jokers, was wohl daran liegt, dass Grayson als recht nerviger Charakter angelegt zu sein scheint. Das gelingt – ob gewollt oder nicht werde ich erst beurteilen können, wenn ich den Film als Blu-ray besitze und im Original gehört habe…


Uncharted 2 – Der ultimative Talk bei LastLife.de

Schon länger hatten wir bei LastLife.de vor, über mein absolutes Lieblings-Spiel zu sprechen: Uncharted 2: Among Thieves. Es hat eine ganze Weile und allerlei glückliche Umstände gebraucht, bis wir das tun konnten, aber es ist vollbracht und kann endlich online gehen – und statt nur die Meinung von Tobi und mir zu hören, ist jetzt auch Jan mit an Bord. Entstanden ist daraus ein zweistündiger Talk, den wir der einfacheren Verdaubarkeit wegen auf vier Teile zu ca. 30 Minuten aufgeteilt haben.

Im ersten Teil geht es primär darum, wie dieser Talk zustandegekommen ist und wir sprechen schonmal etwas über Charaktere, die Synchronisation und den Humor von Uncharted 2. In den weiteren Teilen werden wir dann stärker auf einzelne Kapitel und Momente eingehen.

Randnotiz zur Veröffentlichung: Wir hätten die Teile auch problemlos ohne Gameplay hochladen können mit einfach nur einem Hintergrundbild zur Untermalung. Das fand ich aber etwas langweilig und habe daher Trailer reingeschnitten und an passenden Stellen selbstaufgezeichnetes Gameplay oder Bilder. Anschauen lohnt also, selbst wenn zumindest im ersten Teil der Anteil der Trailer deutlich höher liegt. Folge daraus ist, dass Sony Interactive Entertainment America Teile des Videos für sich reklamiert. Lustigerweise monetarisieren sie mit einem ihrer Kanäle das Video für sich, während ein anderer ihrer Kanäle die Monetarisierung untersagt. Nein, alles gut mit dem ContentID-System bei Youtube, hehe.


Mut bewiesen und Ghostbusters (2016) gesehen

Konsequenz und ich – das sind mitunter zwei Paar Schuhe. Eigentlich wollte ich mir Ghostbusters (2016) nach dem Trailer echt nicht ansehen, aber wie das so ist: Irgendwann tut man es doch. Bewaffnet mit jeder Menge Smirnoff habe ich mich auf das Abenteuer also eingelassen – der Sony-Spin, dass man den Film nunmal sehen muss, um die Diskussion darüber nachvollziehen zu können, ging also voll auf.

Zunächst muss ich sagen: Der Film war weniger schlecht, als ich beim Betrachten des Trailers befürchtet hatte. Nein, er ist wahrlich kein guter Film, bestenfalls okay, aber er hat seine Momente. Nicht für den Film spricht, dass diese Momente meist die mit den Cameo-Auftritten von beispielsweise Dan Aykroyd, Annie Potts oder Sigourney Weaver sind. Im Grunde sind alle dabei, von Harold Ramis aus offensichtlichen Gründen mal abgesehen. Ob Bill Murray so lustlos spielt, weil er keinen Bock auf den Auftritt hatte oder weil seine Rolle so angelegt war, kann ich nur spekulieren, ich mag aber die Vorstellung, dass da ein widerwilliger Bill Murray sitzt.

Die leidige Feminismus-Diskussion

Paul Feig ist bekennender Feminist. Ich habe versucht, diese Tatsache beim Schauen des Filmes auszublenden, aber so ganz funktioniert es nicht. Dazu ist der Film zu sehr mit dieser Ideologie aufgebaut und gemacht worden. Männer sind in der Welt von Paul Feig Idioten – ironischerweise auch alle Frauen, abseits der Geisterjägerinnen. Man könnte das als Umdrehung von Filmklischees deuten, allerdings trifft es hier den Falschen: Man zeige mir in Ghostbusters (1984) bitte nur EINEN Charakter, der ansatzweise dermaßen klischeebeladen wie der von Chris Hemsworth gespielte Kevin war! Venkman war ein Chauvi, aber glaubwürdig – und Glaubwürdigkeit spreche ich gut 99% des neuen Casts ab. Einzig Leslie Jones war noch recht bodenständig; umso deutlicher wird, dass sie die herbe Kritik einzig wegen ihrer Hautfarbe abbekommen hat. Aber ein Charakter wie Holtzman? In der realen Welt? Never! Um nochmal den Kevin/Janine-Vergleich zu bemühen: Janine wurde im Original primär wegen ihrer Qualifikationen eingestellt, sie verstand ihren Job, war nicht vertrottelt und eine sehr selbstbewusste Person. Kevin ist das genaue Gegenteil. Will man ihn also ins Feld führen als “Da seht ihr an einem Mann, wie Frauen dargestellt wurden/werden im Film“-Exempel, dann geht es völlig am Ziel vorbei. Immerhin scheint Chris Hemsworth Spaß an der Rolle gehabt zu haben; einmal nicht Thor sein zu müssen, sondern richtig albern sein zu können. Es sei ihm gegönnt.

Sony wird gewusst haben, dass sie da keinen guten Film vor sich haben, und die Reaktionen auf den Trailer deuteten schon ein Desaster an der Kinokasse an. Ich bin überzeugt, dass man da diesen Feminismus-Spin gestartet hat: Wer den Film kritisiert, kritisiert ihn, weil er Frauen hasst. So einfach ist es aber nicht. Die Leute, auch ich, hassen den Trailer, weil er zu einem Film ist, der ein bekanntes und beliebtes Franchise kapert und nicht ansatzweise dessen Kern zu verstehen scheint. Und nein, Ghostbusters (2016) hat den Kern von Ghostbusters (1984) kein Stück verstanden. Es ist nicht Ghostbusters für eine neue Generation (das waren die Extreme Ghostbusters, die zudem noch inklusiver waren und wesentlich sympatischer!), es ist eher eine Fanfiction mit offizieller Lizenz. Quasi das 50 Shades of Grey unter den Action-Comedys.

Mal abseits des Gender-Wahnsinns

All das habe ich beim Schauen ausgeblendet, so weit es mir möglich war. Und dann bleibt eben ein ganz okayer Film, der seine besten Momente primär aus den Cameo-Auftritten und Verweisen auf das Original zieht, ab und an aber auch aus der Spielfreude von Chris Hemsworth. Der Rest plätschert lustlos unmotiviert vor sich hin; anfangs sehr träge, später dann im Schnelldurchlauf alles nötige abgehandelt. Was mir gefallen hat: Die neuen Geisterjäger sind deutlich agiler unterwegs, wie im einzigen großen Gefecht klar wird. Dass Geister nun mit den Strahlern geschleudert werden, passt gut in das modernere Tempo. Damals 1984 war das technisch so kaum drin – man schaue sich nur mal das Making-of an, wo die Macher auch mal über die arme Frau sprechen, die die Strahler von Hand in die Szenen gezeichnet hat! Eine solche Dynamik wie in Ghostbusters (2016) wäre unter diesen Umständen kaum möglich gewesen.

Dennoch: Ich mag die Charaktere nicht, keiner der Gags zündet wirklich so recht und wenn die größte Stärke – für einen Fan des Originals – die Cameo-Auftritte und Verweise auf Ghostbusters (1984) sind, dann zeigt es, dass dieser Film ohne diesen ganzen Gender-Spin und der Ghostbusters-Lizenz komplett untergegangen wäre. Auch ich hätte ohne das kaum einen Grund gesehen, mir das anzusehen. Nun habe ich es getan. Ich lebe noch, meine Kindheits-Erinnerungen an die Original-Geisterjäger wurden nicht davon zerstört. Aber viel mehr positives kann ich dem Film nicht abgewinnen.

Um da mal aus dem Nachfolger von 1989, Ghostbusters II, zu zitieren:

We’re the best. We’re the beautiful. We’re the only Ghostbusters.

– Dr. Peter Venkman