Kategorie: Allgemein

StreamTools – DeathCounter für OBS & Co

Ich war für meinen Bloodborne-Stream lange auf der Suche nach einem geeigneten Skript, um meine (vielzähligen) Tode zu zählen und diese im Stream auch auf dem Bildschirm zeigen zu können. Da ich mit OBS streame, war die Art der Darstellung schnell klar: Die Zahl sollte in einer Text-Datei stehen und wird direkt in OBS eingesetzt. Nur das Skript, um per Hotkey den Counter zu steuern, das war ein Problem. Ich habe verschiedene Tools getestet – und so richtig zufrieden war ich mit keiner Lösung. Dabei wollte ich doch nur eine ganz simple Funktion haben: Taste drücken = Zähler hoch; andere Taste drücken = Zähler runter (habe ich selten gebraucht, aber schaden kann das ja nicht). Also habe ich mich mit meinen spärlichen C#-Kenntnissen drangemacht, mir selbst ein entsprechendes Tool zusammenzubauen.

Ursprünglich war dieses Programm nur für mich und meine Zwecke gedacht. Es ist zweckmäßig und funktioniert – dennoch übernehme ich keinerlei Garantie, der Download und die Nutzung der hier angebotenen Dateien erfolgt gänzlich auf eigenes Risiko!

Download: StreamTools.zip

Zur Bedienung: Ihr legt die StreamTools.exe am besten in einen eigenen Ordner, dann könnt ihr auch problemlos mehrere Counter für unterschiedliche Spiele anlegen. Beim ersten Start wird ein Unterverzeichnis textfiles erstellt, in dem zwei Dateien stehen:

deathcounter_live.txt – enthält den Stand für diese Session
deathcounter_total.txt – enthält den Stand über alle Sessions

Im Programm könnt ihr den vollständigen Pfad dieser Dateien direkt in die Zwischenablage kopieren, um diese in OBS als Quelle („Text (GDI+)„) nutzen zu können. Die Funktionen im Programm selbst sollten selbsterklärend sein, ihr könnt mit den Tasten [STRG] + [F12] bzw. [STRG] + [F11] den Counter hoch- bzw. runterdrehen. Nach einem Update könnt ihr erst nach 2 Sekunden wieder eine Eingabe tätigen – das habe ich als Sicherheitsmaßnahme eingebaut, nachdem ich mit einem Druck auf mein Elgato StreamDeck den Hotkey doppelt ausgelöst hatte.

Und durch die entsprechenden Schaltflächen könnt ihr den Live-Counter auf 0 setzen, was vor Beginn einer neuen Spielsitzung gemacht werden sollte, und ihr könnt die Counter komplett zurücksetzen.

Viel mehr geht aktuell nicht im Programm. Ich habe schon angefangen, eine Integration des Elgato StreamDeck einzubauen – damit kann man angeben, welche Taste des StreamDeck mit den Hotkey-Funktionen belegt sein soll und diese zeigen auch jeweils den aktuellen Stand an. Ob und wann ich das veröffentlichen werde kann ich aber noch nicht sagen.


Insert Moin und die Paywall

Zunächst: Ich bin ein großer Freund vom Konzept hinter Patreon. Immer wieder sage ich: Wenn ihr mit euren Inhalten Geld verdienen wollt, macht es bitte nicht mit Werbung. Und dann ist Patreon die beste Alternative. Überzeugt hatte mich davon so richtig Hooked – deren Ankündigungsvideo führte dazu, dass ich schon während es noch lief einen Account bei Patreon gemacht habe, um sie zu unterstützen. Die letzten Tage hatte ich immer mal wieder überlegt, auch 5$ pro Monat an Insert Moin zu spenden – und dann kam die 2.000ste Folge ihres Podcasts. Ab Zeitstempel 00:21:20 sprechen Manu, Micha und Daniel dort von Änderungen, die sie an ihrem Patreon-Modell vornehmen werden. Ich hatte Manu per Direktnachricht bei Twitter schonmal meine Gründe genannt, warum mich das davon abhält, sie zu unterstützen – aber ich will das hier auch nochmal in vollständiger Form öffentlich preisgeben.

Zunächst mal: Die drei brauchen lange, um auf die Änderungen zu sprechen zu kommen. „Hot-Potato-Game“ trifft es da tatsächlich ganz gut – niemand will das böse Thema so recht anschneiden. Das ist kein guter Start in die Bitte nach Unterstützung. Was mich daran aber am meisten störte: Es ist ein Bejammern der eigenen Situation. Homisite – den ich noch vom GamePro-Forum her kenne – nannte es „teils fatalistisch“ klingend und das war auch mein Eindruck. Verdammt Jungs, ihr macht guten Content und verdient die Unterstützung! Aber das spiegeln die Stretch-Goals auch irgendwie nicht wieder: Ab 3.500$ soll ein neues Format möglich sein, obwohl alle drei offen sagen, neben ihrem Hauptberuf immer weniger Zeit für das Projekt Insert Moin zu finden und am Rande zum Burnout zu stehen? Wie soll das funktionieren?! Tom und Robin von Hooked haben in ihrem Video klar gesagt: Mehr, als wir derzeit machen, ist nicht drin – es muss also etwas davon hinter die Paywall. Das ist ehrlich und vermisse ich bei den Überlegungen von Insert Moin.

Dann mangelt es mir an Klarheit über die Zukunft. Was, wenn nicht die 5.000$ zusammenkommen, die nötig sind, damit Manu das hauptberuflich machen und schonmal Micha beruflich kürzer treten kann? Wie steht es dann mit dem Engagement? Auch hier waren Hooked wieder präziser: Es wird so oder so weitergehen, nur kann bei unvorhergesehenen Kosten durchaus die weitere Existenz gefährdet sein. Das ist verstädnlich, nachvollziehbar – zumal bei den beiden Hooked nunmal bereits der Hauptberuf IST. An der Stelle wundert mich noch, wieso die Zukunft von Hooked – also zwei Selbstständigen! – mit 5.000$ gesichert ist, Insert Moin bei 5.000$ aber gerade mal einen von drei Leuten hauptberuflich an der Geschichte sitzen hat, während zwei Drittel des Teams weiter am Burnout-Rand taumeln? Wäre es nicht sinnvoller, wenn mit dem Geld jeder etwa einen Tag pro Woche oder so im Hauptberuf kürzer treten könnte? Und wenn mehr Geld rein kommt sind es zwei Tage für jeden, etc? Aber das ist nur so ein Gedankenspiel, generell ist mir egal, wie das Geld intern verwendet wird, solange es die Zukunft an sich sichert.

Die sehe ich bei Insert Moin noch aus einem anderen Grund gefährdet: Der Plan ist, ALLES hinter die Paywall zu packen, Sonntags soll es einen kostenlosen Podcast geben, der sich aber wohl primär an die „Nichtzahler“ richten soll. Quasi also die Werbung für den Inhalt hinter der Paywall. Generell: Es braucht Inhalt VOR der Paywall, um neue Leute zu gewinnen. Aber wirklich Inhalt und nicht Werbung für das, was hinter der Paywall wartet. Es gibt immerhin einen Schnupper-Pledge für 2$, mit dem man die erste Woche des Monats hören kann, aber auch das ist erstmal eine Hürde. Gedankenspiel: Ich habe keinen Patreon-Account, stoße dann auf diesen Sonntags-Podcast… werde ich mir daraufhin einen Account bei Patreon machen und all das, ohne den Podcast besser zu kennen? Auch hier ist Hooked wieder das positive Gegenbeispiel: Die haben nur einen sehr kleinen Teil hinter die Paywall gepackt. Es steht also noch genug „außerhalb“ dieser Hürde, was für Hooked wirbt und neue, hoffentlich zahlende, Leute anspricht. Auch hier noch kurz am Rande angeführt, dass Hooked meinetwegen auch alles vor der Paywall stehen haben könnte, die 5$ von mir wären ihnen dennoch sicher… aber alles HINTER die Paywall packen? Hart.

Das wirklich Schlimmste finde ich aber das Timing. Muss man das echt in der 2.000sten Folge machen? Sowas sollte ein leichter Rückblick sein auf das Erreichte, den Weg hierher. Und nicht Fatalismus über die Zukunft. Schulterklopfer, Anekdoten, Meilensteine… das hättet ihr bringen sollen!

Ich fürchte, ihr werdet mit diesem neuen Konzept scheitern – wünschen würde ich es euch nicht. Ich mag Insert Moin und es gehört einiges dazu, einen täglichen(!) Podcast auf die Beine zu stellen. Dafür habt ihr meinen vollsten Respekt! Und genau das ist es, wofür ich euch unterstützen wollte – und nicht das Selbst-Bejammern, den Fatalismus und die unklaren Zukunftsaussichten. Mag hart klingen, ich kenne keinen von euch drei persönlich und kann nicht beurteilen, wie bei euch die Situation und die Stimmung wirklich ist im Team. Aber so, wie es hier für mich rüberkam, ist das Ende eingeläutet worden. Das ist nicht die Stimmung, mit der man aus einer Jubiläumsfolge entlassen werden sollte. Ich hatte gehofft, dass mir diese Folge und die angekündigten Änderungen den Anstoß geben, jetzt endlich die paar Klicks zu machen, um auch euch zu unterstützen – stattdessen haben sie mir diesen Schritt ferner werden lassen, sorry.


Amazon-Rezensionen unter der Lupe

Kaum einer hat es mitbekommen, aber Amazon hat neulich seine Regeln geändert bezüglich Kunden-Rezensionen. Bislang konnten Händler an Kunden Produkte verbilligt oder gleich kostenlos überlassen mit der „Bitte“ um eine Rezension. Offiziell ist diese Rezension nicht verpflichtend, die Verbindung zum Hersteller muss angegeben werden und auch der Inhalt ist – ebenfalls offiziell – nicht vorgegeben. Rein theoretisch dürfte so ein Rezensent also auch Kritik äußern. Vergleiche mit unabhängigen Rezensionen und dem generellen Schnitt zeigen jedoch: Kunden, die ein Produkt mit Bitte um eine Rezension vergünstigt oder kostenlos erhalten haben, schreiben häufiger Rezensionen und sind dabei oft überwiegend positiv. Zufall ist das sicherlich nicht.

Ich selbst bin über das Problem jetzt mehrmals gestolpert, weil ich bei Produkten zwecks Vergleich immer mal wieder die Rezensionen heranziehe. Und die Zahl der Produkte, die Hinweise auf Verbindung zum Hersteller enthalten (etwa die Formulierung „Dieses Produkt wurde mir im Rahmen eines Produkttestes vergünstigt zur Verfügung gestellt, was jedoch nicht meine Bewertungen beeinflusst.„) ist dabei gefühlt sehr hoch. So hoch, dass ich schon länger dazu übergegangen bin, nur noch die negativeren Rezensionen zu lesen. Hier erfährt man meist eher und ehrlicher von Problemen, die „gekauften“ Rezensionen findet man meist bei den 5-Sterne-Rezensionen.

Ein krasser Fall ist mir neulich untergekommen, als ich nach einem KVM Switch gesucht habe und dabei bei dem Produkt MP power @ 2 Port KVM USB Switch Box Switch-Adapter mit 2 Kabel – zwei Computer mit 1 Monitor / Maus / Tastatur / Drucker verbinden gelandet bin. Aktuell 11 Rezensionen und vier Sterne als Schnitt. Schaut man dann bei den 5-Sterne-Bewertungen (sieben Stück an der Zahl), so stellt man schnell fest, dass davon fünf Stück auf vergünstigten Erhalt mit Bitte um Rezension zurückzuführen sind. 5/7. Schaut man sich die Rezensionen dann noch genauer an, fällt noch etwas auf: Zwei der Rezensionen sind komplett identisch.
Amazon Copycat-Rezension
Also einer dieser 100% objektiven und kein bisschen beeinflussten „Kunden“ war wohl etwas faul, kann das sein? Und schaut man sich die Rezensionen dieser Leute dann an, merkt man schnell: Die bekommen öfter Produkte verbilligt und schlechter als vier Sterne ist da – zumindest auf den ersten Blick – nichts von bewertet worden.

Amazon hat diese Praxis nun untersagt und ein eigenes Programm aufgelegt, bei dem Kunden von Amazon selbst Produkte vergünstigt oder kostenlos erhalten. Diese sind also nicht an den Hersteller gebunden. Ob das die Leute objektiver macht, bleibt offen – denn natürlich ist auch Amazon daran gelegen, dass die Rezensionen eher positiver aussehen, um mehr Absatz zu erzielen. Aber warten wir mal ab…


Ghostbusters (2016) wirkt zum Davonlaufen!

Vorab möchte ich anmerken, dass ich schon vor dem Trailer zum Ghostbusters-Reboot wenig angetan davon war. Das lag nicht daran, dass ich nicht gerne einen Nachfolger sehen würde und auch nicht am All-Female-Cast – aber an der Besetzung und den Machern, denen ich kaum zutraue, den Witz von Ghostbusters umzusetzen geschweige denn zu verstehen.

Doch schauen wir uns erstmal den Trailer an:

Ich liebe Ghostbusters! Die Geisterjäger waren ein Teil meiner Kindheit, wie für viele andere Menschen meiner Generation. Ich hab die Filme gesehen, ich hatte das Spielzeug (und auch welches selbstgebaut), ich habe die Zeichentrick-Serie The Real Ghostbusters geschaut und vor einigen Jahren halt auch Ghostbusters: The Video Game gespielt. Die beiden Originalfilme laufen bei mir heute noch mindestens einmal pro Monat, der erste Teil häufiger als das Sequel, aber sie nutzen sich einfach nicht ab. Halt ein Klassiker.

Und dann dieser Trailer. Skeptisch war ich schon im Vorfeld – ich finde es befremdlich, einen Cast zusammenstellen, der von vornherein, bevor irgendwas anderes entschieden ist, derart auf das Geschlecht festgelegt wird. Die Story sollte entscheiden, was für Charaktere es gibt! Extreme Ghostbusters hat gezeigt, dass auch weibliche Geisterjäger funktionieren und ich könnte mir auch einen All-Female-Cast vorstellen, aber doch bitte nicht derart am Reißbrett zusammengestellt. Man entscheide: Alles Frauen, schaue dann, was so im Comedy-Bereich rumläuft und BANG. Fertig ist die Katastrophe der Cast.

Der Trailer hat dann meine größte Sorge bestätigt: Der Humor ist einfach nicht meins. Ich hatte zwar tatsächlich schlimmeres erwartet, gerade von Melissa McCarthy, trotzdem ist das gezeigte Material weit davon entfernt, die Liebenswürdigkeit der originalen Geisterjäger einzufangen. Es fängt mit der überdrehten Abgehobenheit an: Ernsthaft, müssen die Knarren abgeleckt werden, nur um zu zeigen, wie Bad Ass man ist? Diese aufgezwungene Comedy („Is it the hat or the wig?„). Alles Dinge, die Ghostbusters nie nötig hatte. Der Humor war subtiler – man denke an die Szene, wenn Egon das Sedgewick-Hotel nach Geistern abscannt und dabei den Angestellten leicht zur Seite stubst. Ray, Egon und Peter im Aufzug beim Einschalten der Protonen-Packs (achtet mal drauf, wie Peter und Egon zur Seite weichen). DAS ist Ghostbusters!

Paul Feig erklärt Ghostbusters

Laut Paul Feig wird es für alles in Ghostbusters (2016) einen Ursprung geben. Angefangen beim Logo über die Gadgets bis hin zu Ecto-1. Das werte ich durchaus positiv – die alten Filme haben darauf nie viel Zeit verwendet. Vielleicht war aber auch genau das die Stärke: Feig selbst führt an, dass die Tüftlerin im Team – weiss gerade nicht mehr, wer von denen das war – öfter mit neuen Gadgets um die Ecke kommen wird, die mal funktionieren und auch mal nach hinten losgehen. Das wiederum muss einen skeptisch stimmen, werden die Fehlschläge doch unter Garantie für allerlei ach-so-lustige Comedy sorgen. Auch so etwas, was Ghostbusters nie nötig hatte. Die Sachen wurden entwickelt und funktionierten – hätte Egon jemals ein Gerät mit in den Feldeinsatz genommen, das nicht getestet ist und funktioniert (vom ersten Mal abgesehen – aber es wurde nicht für einen billigen Slapstick-Gag ausgenutzt)? Wohl eher nicht.

Ghostbusters (2016) richtet sich eindeutig an ein jüngeres Publikum. Und vielleicht können die diesem Humor und dieser überzogenen Pseudo-Bad-Ass-Attitüde tatsächlich irgendwas abgewinnen, ich kann es nicht. Da lege ich lieber nochmal die Blu-rays der beiden Originale ein oder spiele das Videospiel.


Spuck’s aus!

Seit ich meine Schulung zum Fachinformatiker mache, fahre ich täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das bedingt auch mal Wartezeiten an Haltestellen, wo man mit anderen Menschen dann eben auf den Anschluss-Bus wartet. Und dabei kann man halt dann auch mal einige Verhaltensweisen beobachten, die einen verwundern. Eines, das mich seit jeher erstaunt, ist dieses Bedürfnis, wo man geht und steht erstmal hinzurotzen. Warum zum Geier tun Leute sowas?

Beobachtet das mal. Sobald die Leute etwas länger irgendwo stehen oder sitzen, wird auf den Boden gespuckt. Ganz nebenher, als sei das ganz natürliches Verhalten, fast einem Grundbedürfnis gleich. Sobald die gleichen Leute aber in einem geschlossenen Bereich – einem Gebäude oder eben dem Bus – sind, wird dieses (von den meisten Personen jedenfalls) direkt eingestellt. Das ist schonmal ein Indikator dafür, dass es wohl kein Grundbedürfnis nach Ausspucken gibt.

Was ich auf Anhieb zu dem Thema finden konnte, war eine einzige Information: Raucher spucken wohl mehr, da ihre Schleimproduktion erhöht ist. Ein anderer Artikel stellt fünf Thesen auf, warum Fußballer spucken: Als Abschluss eines Spielzugs, aus Aberglaube, Zeichen der Stärke, als Ersatz für das Schwitzen oder Todesverachtung. Selbst wenn eines davon tatsächlich der Grund sein sollte, weswegen der gemeine Fußballer den Rasen vollrotzt, so dürfte all das nicht auf die wartenden Passagiere eines Busses zutreffen. Okay, Todesverachtung vielleicht – man muss schon ein harter Hund sein, allmorgendlich sich dem engumschlungenen Kuscheln mit Fremden zu widmen. Nee, Unsinn…

Aus meiner Sicht ist das ein arg primitives Verhalten, das die ausführenden Personen dumm wirken lässt. Gut, mithin ist das weitere Auftreten gerade von Jugendlichen da auch wenig förderlich, aber gerotzt wird durch nahezu alle Altersschichten, auch das kann also nicht der ausschlaggebende Faktor sein. Bliebe also nur noch die Markierung des Reviers… womit wir wieder bei dem primitiven Verhalten wären. So oder so, es lässt Menschen extrem schlecht aussehen. Zumindest in meinen Augen.


Das Ende der Adblocker?

Ich hatte es zunächst nur am Rande wahrgenommen: BILD.de bzw der Axel-Springer-Verlag hatte begonnen, Nutzer von Adblockern von ihrer Webseite auszusperren. „Gut„, sagte ich mir, „das tangiert mich mal ziemlich peripher“ – immerhin lese ich BILD nicht. Nun haben aber auch andere Verlagshäuser einen Blick auf das neue Modell von BILD geworfen und schauen natürlich genau, wie sich das alles entwickelt, um dann mit eigenen Implementierungen an den Start zu gehen. So weit, so nachvollziehbar.

Viele Nachrichtenportale könnten sich also in Zukunft eines dreiteiligen Misch-Modells bedienen: Finanzierung durch Werbung, Abo für Werbefreiheit und Blockierung von Adblock-Nutzern. Das ist zunächst vollkommen legitim. Was mich dabei stört ist dieses Festhalten an dem Finanzierungsmodell Werbung. Natürlich müssen die Seiten Geld verdienen, Werbeeinblendungen haben sich in der jüngeren Vergangenheit aber oftmals als problematisch erwiesen: Immer wieder gab es Fälle, in denen über die Ad-Server auch Schadcode ausgeliefert wurde – auch auf großen Seiten, das betrifft also nicht nur Nutzer „zwielichtiger“ Seiten. Zudem schlucken diese Anzeigen natürlich Bandbreite und bremsen den Aufbau der Seite. Nicht vergessen werden sollte, dass manche Seiten ihre Inhalte mit Popups, selbststartenden Videos und Werbeanzeigen regelrecht zuschütten und man erstmal zig Anzeigen wegklicken muss (und dabei aufpassen muss, den kleinen „Schließen“-Knopf auch ja präzise zu erwischen, sonst öffnet sich eine andere Seite), bevor man mit dem Lesen der eigentlichen Seite beginnen kann.

Gerne können die Verlagshäuser auf das oben genannte Modell zurückgreifen – dann sollten sie aber auch sicherstellen, dass a) ihre Anzeigen nicht zu störend sind, b) für die Schadcode-Freiheit garantieren können, und c) diese Anzeigen nicht allzu ressourcenfressend ausfallen. Wenn das sichergestellt ist, wird sich auch kaum jemand beschweren, wenn Werbung eingebunden ist. So, wie es aktuell ist, wirkt es, als mache man die Seiten mit störender, aufdringlicher Werbung bewusst unattraktiv, um Abos zu verkaufen. Das ist ziemlich unsauber.

[ UPDATE ]
Gerade aktuell meldet Heise Online mal wieder einen Fall von Malvertising – also dem Versand von Malware über Werbe-Anzeigen. Betroffen soll ein ganzer Vermarkter sein, die Anzeigen unter anderem bei ebay.de, t-online.de und anderen Seiten eingeblendet worden sein. Wie man das verhindern kann? Indem man selbst den Ad-Server betreibt und genau schaut, was darüber läuft. Oder, auf Anwenderebene, eben die Installation eines Adblockers… und damit bestimmte Seiten nicht mehr besuchen zu können.