Vorab möchte ich anmerken, dass ich schon vor dem Trailer zum Ghostbusters-Reboot wenig angetan davon war. Das lag nicht daran, dass ich nicht gerne einen Nachfolger sehen würde und auch nicht am All-Female-Cast – aber an der Besetzung und den Machern, denen ich kaum zutraue, den Witz von Ghostbusters umzusetzen geschweige denn zu verstehen.

Doch schauen wir uns erstmal den Trailer an:

Ich liebe Ghostbusters! Die Geisterjäger waren ein Teil meiner Kindheit, wie für viele andere Menschen meiner Generation. Ich hab die Filme gesehen, ich hatte das Spielzeug (und auch welches selbstgebaut), ich habe die Zeichentrick-Serie The Real Ghostbusters geschaut und vor einigen Jahren halt auch Ghostbusters: The Video Game gespielt. Die beiden Originalfilme laufen bei mir heute noch mindestens einmal pro Monat, der erste Teil häufiger als das Sequel, aber sie nutzen sich einfach nicht ab. Halt ein Klassiker.

Und dann dieser Trailer. Skeptisch war ich schon im Vorfeld – ich finde es befremdlich, einen Cast zusammenstellen, der von vornherein, bevor irgendwas anderes entschieden ist, derart auf das Geschlecht festgelegt wird. Die Story sollte entscheiden, was für Charaktere es gibt! Extreme Ghostbusters hat gezeigt, dass auch weibliche Geisterjäger funktionieren und ich könnte mir auch einen All-Female-Cast vorstellen, aber doch bitte nicht derart am Reißbrett zusammengestellt. Man entscheide: Alles Frauen, schaue dann, was so im Comedy-Bereich rumläuft und BANG. Fertig ist die Katastrophe der Cast.

Der Trailer hat dann meine größte Sorge bestätigt: Der Humor ist einfach nicht meins. Ich hatte zwar tatsächlich schlimmeres erwartet, gerade von Melissa McCarthy, trotzdem ist das gezeigte Material weit davon entfernt, die Liebenswürdigkeit der originalen Geisterjäger einzufangen. Es fängt mit der überdrehten Abgehobenheit an: Ernsthaft, müssen die Knarren abgeleckt werden, nur um zu zeigen, wie Bad Ass man ist? Diese aufgezwungene Comedy („Is it the hat or the wig?„). Alles Dinge, die Ghostbusters nie nötig hatte. Der Humor war subtiler – man denke an die Szene, wenn Egon das Sedgewick-Hotel nach Geistern abscannt und dabei den Angestellten leicht zur Seite stubst. Ray, Egon und Peter im Aufzug beim Einschalten der Protonen-Packs (achtet mal drauf, wie Peter und Egon zur Seite weichen). DAS ist Ghostbusters!

Paul Feig erklärt Ghostbusters

Laut Paul Feig wird es für alles in Ghostbusters (2016) einen Ursprung geben. Angefangen beim Logo über die Gadgets bis hin zu Ecto-1. Das werte ich durchaus positiv – die alten Filme haben darauf nie viel Zeit verwendet. Vielleicht war aber auch genau das die Stärke: Feig selbst führt an, dass die Tüftlerin im Team – weiss gerade nicht mehr, wer von denen das war – öfter mit neuen Gadgets um die Ecke kommen wird, die mal funktionieren und auch mal nach hinten losgehen. Das wiederum muss einen skeptisch stimmen, werden die Fehlschläge doch unter Garantie für allerlei ach-so-lustige Comedy sorgen. Auch so etwas, was Ghostbusters nie nötig hatte. Die Sachen wurden entwickelt und funktionierten – hätte Egon jemals ein Gerät mit in den Feldeinsatz genommen, das nicht getestet ist und funktioniert (vom ersten Mal abgesehen – aber es wurde nicht für einen billigen Slapstick-Gag ausgenutzt)? Wohl eher nicht.

Ghostbusters (2016) richtet sich eindeutig an ein jüngeres Publikum. Und vielleicht können die diesem Humor und dieser überzogenen Pseudo-Bad-Ass-Attitüde tatsächlich irgendwas abgewinnen, ich kann es nicht. Da lege ich lieber nochmal die Blu-rays der beiden Originale ein oder spiele das Videospiel.