Anfang 2020 habe ich Star Citizen für mich entdeckt: Das Projekt von Chris Roberts (u.a. verantwortlich für Wing Commander und praktisch auch Freelancer) ist ambitioniert und zielt darauf ab, eine komplette Space-Simulation zu werden. Es ist von der Community finanziert und das nicht zu knapp – ständig werden neue Rekorde aufgestellt – und ständig heißt hier: Seit 10 Jahren, so lange ist der Start der Kampagne nämlich her. Lassen wir mal all die Kritik beiseite und schauen auf das, was wir derzeit haben: Eine spielbare Alpha mit ein paar funktionierenden Gameplay-Loops, das voller Bugs und Probleme ist. Allerdings: Je mehr Erfahrung man mit dem Projekt hat, desto mehr kommt man um die Bugs herum… man umspielt sie quasi. Hier möchte ich aber primär darüber sprechen, wie ihr überhaupt in das Spiel einsteigen könnt, damit ihr häufig gemachte Anfängerfehler (hoffentlich) nicht macht.

Inhalt:
Einleitung: Was ist Star Citizen?
Part I: Die Hardware-Voraussetzungen
Part II: Euer Account
Part III: Das Game Package – euer Zugang zur Alpha
Part IV: Die Wahl des richtigen Starterschiffs
Part V: Schiffe upgraden
 

Einleitung: Was ist Star Citizen?
 
Als Chris Roberts seine Kickstarter-Kampagne gestartet hatte, waren die Planungen für Star Citizen noch gänzlich anders zu heute: Es sollte ein storygetriebenes Weltraumspiel sein ähnlich Wing Commander, aber mit einem Drop-In-Drop-Out-Multiplayer und einem Universum ähnlich zu Freelancer. Durch die massive finanzielle Unterstützung der Backer stiegen allerdings die Ambitionen… und wurden auf zwei Spiele aufgeteilt: Auf der einen Seite die storygetriebene Singleplayer-Kampagne namens Squadron 42, welche in mehreren Teilen erscheinen soll, sowie das sogenannte Persistent Universe, quasi ein Massive-Multiplayer-Online-Roleplaying-Game (MMORPG). Wie sehr die Ambitionen gerade für das Persistent Universe (über welches ich hier rede wenn ich „Star Citizen“ sage) gestiegen sind, zeigen die Planeten: Anfangs sollte man auf einigen Planeten landen können, durch Anflugringe ähnlich wie in Freelancer und dann in einer Stadt-Zone landen. Mittlerweile können wir praktisch überall auf Planeten landen.
 
Und das führt dazu, dass Star Citizen uns einen Spielfluß erlaubt, den es so noch nie in einem Weltraumspiel gegeben hat. Ich starte etwa auf einem Planeten in meinem Hub, gehe zur Bahn, fahre zum Raumhafen, kaufe unterwegs vielleicht noch eine Flasche Wasser (stay hydrated!), rufe mein Schiff, nehme den Aufzug zum Hangar und steige in mein Schiff ein. Ich gehe durch mein Schiff, je nach Größe auch mal etwas länger und nehme im Cockpit auf dem Pilotensitz Platz, schalte den Strom ein, starte die Engine, bitte per Funk um Starterlaubnis, die Hangartore öffnen sich – und das Universum steht mir offen. Ich kann ohne Ladebildschirm, vom Start des Spieles mal abgesehen, mit dem Schiff über den Planeten fliegen, durch die Atmosphäre ins All und zu einem anderen Planeten fliegen, dort mein Schiff irgendwo landen und zu Fuß den Planeten erkunden. Ich kann Missionen annehmen, die mir die verschiedensten Dinge abverlangen: Pakete von A nach B fliegen, Kopfgeldjagd im All, der Atmosphäre eines Planeten oder zu Fuß in einem Bunker oder Höhle, ich kann Erze minern, raffinieren lassen und teuer die Erzeugnisse verkaufen, ich kann gesetzestreu sein oder eine Verbrecherkarriere einschlagen – die totale Freiheit, die uns 2020 mit Freelancer gezeigt wurde komplett weitergedacht mit extremem Detailgrad!

Origin 400i

Die Schönheit von Star Citizen ist wohl unbestreitbar!


So gut das alles gerade klingt, darf eines nicht vergessen werden: Star Citizen ist derzeit eine spielbare Alpha, kein fertiges Spiel! Das bedeutet, dass Roberts und sein Team noch immer dabei sind, sämtliche geplanten Features in das Spiel zu integrieren, bevor im Rahmen einer Beta-Phase Bugfixing betrieben werden kann. Es ist also mit Bugs und Problemen zu rechnen. Wer ein wenig länger Star Citizen spielt kennt die Stolperfallen und umgeht schon aus Gewohnheit viele potentielle Probleme, als Neuling wird man aber erstmal ohne Tutorial oder Hilfen in diese Alpha geworfen. Zwar gibt es seitens der Macher einige Hilfen und man kann sich auch mit einem Guide, freiwilligen Helfern aus der Community, verbinden lassen, die einem bei den ersten Schritten helfen oder man schaut einfach mal Streamern auf Twitch beim Spielen zu und stellt Fragen. Aber dennoch: Der Einstieg ist hart, da man eben nicht nur die Steuerung erlernen muss und wie alles in der Welt funktioniert, sondern eben auch, wie man Probleme durch Bugs vermeidet.
 
Star Citizen hat noch einen weiten Weg vor sich, bevor es zu einem fertigen Spiel werden wird. Aber die Entwickler haben in den letzten Jahren auch einige gewaltige Fortschritte gemacht – die meisten Techniken sind integriert, aber manchmal buggen sie oder es fehlt der Feinschliff, komplette Gameplay-Loops fehlen noch oder sind nicht vollständig ausgefeilt und derzeit bewegt sich auch noch alles in einem einzigen Sternensystem. Dennoch kann man in der Alpha jetzt schon jede Menge Zeit verbringen und Spaß haben. Für mich ist es in den 2 1/2 Jahren bereits zu meinem Hauptspiel geworden, ein paar Stunden sind immer mal drin und ich dürfte auf einige hundert Spielstunden mittlerweile kommen. Manchmal frustrierende, weil durch einen Bug etwas nicht funktionierte oder verloren gegangen ist, manchmal aber auch Momente, die mir so kein anderes Spiel geben konnte. Und dafür liebe ich Star Citizen!
 

Part I: Die Hardware-Voraussetzungen
 
Auf das Thema Hardware-Voraussetzungen will ich nicht allzu groß eingehen, weil sich das natürlich bei einem in Entwicklung befindlichen Spiel jederzeit ändern kann. Momentan ist vor allem eines wichtig: Das Spiel MUSS auf einer SSD installiert werden! Vergesst eine herkömmliche HDD, das wird das Spiel nahezu unspielbar machen. Außerdem empfehlenswert sind 32GB RAM, mit 16GB ist das Spiel aber auch gut spielbar, die zusätzlichen 16GB RAM machen die Framerate aber konstanter.
AEGIS Avenger Titan

Mein erster Screenshot aus dem Spiel, gemacht am 1. Januar 2020 – meine AEGIS Avenger Titan


 

Part II: Euer Account
 
Um in das Spiel einzusteigen benötigt ihr zunächst einen Account auf der Webseite von Roberts Space Industries. Ganz wichtig dabei: Es gibt ein Referral-Programm, bei der Account-Erstellung könnt ihr den Referral-Code von einem Freund oder Streamer angeben, über den ihr das Spiel kennengelernt habt. Dieser sammelt damit Referral-Punkte, für die er verschiedene Belohnungen freischaltet, aber auch ihr habt etwas davon: Ihr bekommt 5.000 UEC (das ist die Ingame-Währung) zusätzlich; manchmal gibt es auch Aktionen, bei denen beide auch noch andere Dinge, etwa kleine Fahrzeuge, bekommen können. Das Problem: Ihr könnt diesen Referral-Code NUR bei der Erstellung des Accountes angeben, danach nie wieder! Die „Belohnung“ gibt es zudem erst dann, wenn ihr auch ein Game Package kauft – den Account könnt ihr aber schon vorher erstellen und etwa im Rahmen eines Freefly-Events (ca. zweimal im Jahr für etwa eine Woche) gratis das Spiel ausprobieren.
 
Schamlose Self-Promotion: Hier könnt ihr euch mit meinem Referral-Code (STAR-6CPC-BDQX) einen Account machen.
 

Part III: Das Game Package – euer Zugang zur Alpha
 
Ich erwähnte bereits das sogenannte Game Package. Nur dieses gibt euch Zugang zur Alpha von Star Citizen – es ist ein typischer Anfängerfehler, in der Liste der verfügbaren Schiffe zu schauen und dort einfach eines auszuwählen… und dann zu vergessen, dass man ein Game Package benötigt, um spielen zu können (Freefly ausgenommen, da ist das Spiel auch so spielbar). Ihr findet die Game Packages auf der Webseite im Pledge Store unter „GAME PACKAGES“. Klickt dort bei einem der Schiffe auf „MORE INFO“ und ihr solltet unter „ALSO CONTAINING“ etwas finden wie „Star Citizen Digital Download“, das ist eure Eintrittskarte in das Persistent Universe von Star Citizen.
Star Citizen Pledge Store "Digital Download"

Star Citizen Digital Download – eure Eintrittskarte in das Persistent Universe


 

Part IV: Die Wahl des richtigen Starterschiffs
 
Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt ihr in den Pledge Store schaut, werdet ihr andere Pakete vorfinden, da es manchmal auch besondere Aktionen gibt. Das günstigste Starterschiff ist vermutlich das Aurora MR Starter Pack, meine Empfehlung ist allerdings das Avenger Titan Starter Pack. Die Avenger Titan wird innerhalb der Community auch gerne „Pinguin“ genannt: Kann alles, nichts davon perfekt. Mit ihr lassen sich Paketmissionen machen (perfekt zum Einstieg, um sich an Schiff, Navigation und Gameplay zu gewöhnen), einige Stufen Bounty Hunting im All (für mich war bei Medium Ende, aber da reißen geübte Spieler auch mehr), Ausrüstung reinladen und Bunker/Cave Bounties machen (FPS-Mission, also Shooter), … zudem hat die Titan ein Bett, womit man auch im All ausloggen kann.
 
Mittlerweile gibt es auch ein nochmal etwas teureres Nomad Starter Pack – die Nomad kann, was die Avenger Titan kann, zudem hat sie für Cargo eine Ladefläche, über die auch Fahrzeuge wie der Graycat ROC mitführbar sind, welcher im Spiel sehr günstig mit erspielter Währung gekauft werden kann. Ich rate dennoch weiterhin zur Avenger Titan – sie bietet mehr Möglichkeiten als die Aurora MR und ist günstiger als die Nomad. Solltet ihr euch später doch für eine Nomad entscheiden wollen, könnt ihr ja immer noch ein Upgrade auf diese, oder jedes andere teurere Schiff, vornehmen über die Webseite.
 

Part V: Schiffe upgraden
 
[In Arbeit]