Schlagwort: Klassiker

Ich will ein Nintendo Mini!

ICH WILL EIN NINTENDO MINI! Nein, nicht ein NES Mini und auch kein SNES Mini. Für jedes Nintendo-System ein eigenes Plastikgeraffel unter dem TV stehen zu haben, parallel zu den aktuellen Konsolen, mit einer zwar sehr guten, aber dennoch eingeschränkten Spiele-Auswahl – das macht keinen Sinn! Dass man sie dann noch künstlich verknappt ist ebenso ein Witz; der Großteil der Vorbestellungen entfällt auf Leute, die diese Geräte dann wieder für ein Vielfaches des eigentlichen Preises bei eBay verticken.

Ich könnte natürlich auf Emulatoren verweisen und den Aspekt, dass ein Raspberry Pi 3 mit RetroStation sehr schnell aufgesetzt ist und weit mehr Features und Möglichkeiten bietet, zumal sich per Adapter sogar die Original-Gamepads der Systeme noch nutzen lassen. Der Hardcore-Fan wird sicherlich darauf verweisen, dass er eben „das Gefühl des Originals“ will. Nur: Das bietet mir Nintendos Mini-Reihe doch ohnehin nicht: Im Inneren der Geräte werkeln nicht die Chips von einst, sondern ein Minicomputer, auf dem ein Emulator läuft. Mehr noch: Auch die Pads sind Nachbauten, Original-Pads von einst kann ich nicht an die Geräte anschließen. Und seien wir ehrlich: Das authentischste Erlebnis bietet nur die Original-Hardware, wo wir noch durch die Module pusten mussten, wenn sie nicht erkannt wurden.

Aber abseits dessen: Was zur Hölle hindert Nintendo daran, eine ECHTE Retro-Konsole zu machen? Auch mit Emulation, aber einer Internet-Anbindung, worüber sich Spiele aus der Virtual Console generationenübergreifend auf das System laden lassen? Es wären mehrere Gehäuse-Stile denkbar, alles mit SNES-Pad spielbar, für NES-Spiele lässt sich ein NES-Pad nachkaufen und Original-Pads lassen sich ebenso anschließen. Solange das nicht ist, brauche ich weder ein NES noch ein SNES im Mini-Format. Und ehrlich: Ein SNES-Mini ohne Chrono Trigger? Geht mal gar nicht.


Alte Spiele überteuert neu aufgelegt

Während die Xbox One gelernt hat, Xbox-360-Spiele zu emulieren (nicht mit Abwärtskompatibilität verwechseln!), hieß es von Sony immer: „Brauchen wir auf der PS4 nicht.“. Warum auch? Man hat ja den Bezahldienst PlayStation Now – PS3-Spiele im Abo per Stream. Durch die Hintertür Star Wars: Battlefront kam dann aber doch noch eine Emulation früherer Titel – von der PS2. An sich kein dummer Zug, immerhin ist die PlayStation 2 eine, wenn nicht DIE erfolgreichste Konsole überhaupt und man kommt PlayStation Now nicht ins Revier.

Sony hielt sich zunächst bedeckt, weitere Titel werden folgen, wann und unter welchen Konditionen blieb offen. Bis jetzt! Die harten Fakten: Spiele wie etwa GTA III kosten dann schonmal 14,99 US-Dollar, man darf also von einem Preis von 14,99 Euro bei uns ausgehen. Aber kein Problem, denn man kann ja einfach die Disk… nee, vergesst es! Wenn ihr GTA III auf Disk besitzt, wird es nicht funktionieren. Okay, dann bekommt man es aber, wenn man die Version im Store für PS3 als Classic erworben hat, oder? Nö, auch nicht. Es gibt keinen Weg, der um die 14,99 Euro herumführt, wenn man GTA III (oder auch GTA: Vice City, GTA: San Andreas oder diverse andere Titel) auf der PS4 spielen will. Man KÖNNTE es mit etwas gutem Willen vielleicht mit den Zusatzfeatures rechtfertigen, die Sony den Klassikern spendiert hat: Trophy-Support, Uprendering auf 1080p und natürlich die PS4-eigenen Features wie Streaming. Und die Spiele laufen bisherigen Beobachtungen zufolge tatsächlich besser als auf der Original-Hardware. Ob das den Preis rechtfertigt, wird wohl jeder mit sich selbst ausmachen müssen. Ich jedenfalls sehe keinen Mehrwert für mich darin, 15 Euro auszugeben, um eine weitere Version der Titel der GTA-Klassiker zu haben.

Umso mehr gefällt mir den Ansatz, den Microsoft bei der Xbox One geht: Besitze ich die Disk, brauche ich diese als Legitimation, ansonsten berechtigt der Besitz des Spieles bei Xbox Live zum Download der Version auf Xbox One. Und da habe ich dann auch die Features der Xbox One drin, also Aufzeichnungen, Streaming, Screenshots, etc. Damit habe ich bereits nochmal Assassin’s Creed II durchgespielt, mich mit Just Cause 2 noch schnell auf Just Cause 3 eingestimmt und einiges mehr nochmal (an)gespielt. Und Zusatzkosten. Und dann denkt man eben auch mal darüber nach, eines der Spiele eventuell doch noch zu erwerben, die jetzt auf der Xbox One laufen und die man nicht besitzt, aber gerne mal spielen wollen würde.

Schade, Sony, aber das ist ein dämlicher Move.