Wer es noch nicht mitbekommen hat: Tobi und ich haben für Last Life (verdammt, wir brauchen eine offizielle Schreibweise, ich schwanke immer zwischen „LastLife“ und „Last Life“) ein Video gemacht mit unseren Games of the Year 2015. Wer es noch nicht gesehen hat, kann das hier und jetzt nachholen:

So, wer jetzt erst das Video gesehen hat, wird sich noch erinnern: Ich erwähne mal kurz Dying Light und dass dessen Entwickler, Techland, für mich im Grunde Entwickler des Jahres sind. Auf dem zweiten Platz folgt übrigens CD Projekt RED, Entwickler hinter The Witcher 3: Wild Hunt, aber das nur am Rande. Statt hier nun geile Entwickler aufzulisten, will ich lieber mal erklären, was Techland 2015 so grandioses „vollbracht“ hat.

Ein überraschender Erfolg

Zunächst mal ist da natürlich der Release von Dying Light. Das Spiel kam recht polished (mieser Wortwitz, sorry!) auf den Markt. Ist ja auch nicht so~ selbstverständlich. Blitz-Indizierung, weil ganz ganz doll böse, aber das war abzusehen. Das Gameplay, eine Mischung aus ihren Dead Island-Spielen gepaart mit den Parcours-Einlagen eines Mirror’s Edge, funktionierte entgegen meiner Befürchtungen super, der Spielverlauf wartete mit einigen Überraschungen auf… nur die Story, ja, die schwächelte gewaltig. Das hat mich wenig gestört, im Koop wie auch alleine hat das Spiel mich einfach umgehauen!

Das brachte dem Spiel einen Erfolg ein, den selbst die Macher nicht erwartet hatten. Woher ich das weiss? Einige Zeit nach Release veröffentlichten sie ein Video, auch im Spiel, in dem sie sich bei den Spielern bedankten und tatsächlich selbst fassungslos wirkten ob ihres (verdammt verdienten!) Erfolges. In dem Video gaben sie einen ersten Einblick in den größeren DLC, den sie geplant hatten und der auch Teil des Season Pass sein sollte. Doch der ließ auf sich warten und letztlich musste er verschoben werden, erst am 9. Februar 2016 werden wir diesen spielen können.

Way to my heart

Seitdem haben sie aber weiter an ihrem Spiel gefeilt und viele Verbesserungen und auch einige neue Sachen eingebaut. Nett etwa das System mit den Weapon Dockets – Codes, die sie im Rahmen von Videos, Events und zu allen möglichen anderen Gelegenheiten raushauen und die auf einer Webseite eingegeben zu Kisten mit Waffen und Ausrüstung im Spiel führen, oftmals auch sehr spezielle Dinge. Mein Herz gewannen sie aber so richtig, als sie sich des Deals zwischen Activision bzw Bungie und Red Bull annahmen. Diese hatten Codes, für die man XP und eine „epische Quest“ in Destiny (größte Enttäuschung aller Zeiten für mich!) bekam, auf Dosen des Energydrinks untergebracht. Die Reaktion der Dying Light-Macher ist dann so ziemlich der genialste PR-Schachzug, den ich bislang gesehen habe:

DyingLightWater

Was das soll? Statt den Fans teure Energydrinks anzudrehen, sagen sie: Trinkt Wasser! Durst ist real. Das Versprechen: Je mehr Leute sich beim Trinken eines Glas Wasser fotografieren (lassen) und dieses Bild unter dem Hashtag #DrinkForDLC bei Twitter posteten, desto mehr Belohnungen sollte es geben. Und wieder wurden sie von den Reaktionen ihrer Fans überrascht, denn es gab eine ganze Welle (schlechter Wortwitz Nummer 2) an Einsendungen, und so drehte Techland das alles noch eine Stufe höher: Mehr Bilder = noch mehr Belohnungen. Selbst ich, der sich eigentlich von all diesen Socialmedia-Aktionen fernhält, MUSSTE da einfach mitmachen:

PhanZeroDrinkForDLC

Und sie haben geliefert, und sie werden auch noch einige Inhalte nachliefern, die durch die Aktion „freigeschaltet“ wurden. Aber ganz ehrlich: Darum ging es nie. Zumindest mir nicht – der Stinkefinger Richtung Destiny war mir Belohnung genug. Und das bringt uns zu dem DLC, der am 9. Februar erscheinen wird.

Gehaltene Versprechen

Dieser DLC wird Dying Light: The Following heißen und er ist deutlich größer geworden, als die Entwickler ursprünglich geplant hatten. Es wäre nicht wirtschaftlich gewesen, das zum zunächst angepeilten Preis zu verkaufen, also entschied man sich, den Preis etwa 10 Euro höher anzusetzen. Und das galt auch für den Season Pass. Statt diesen nun aber still und leise im Preis zu erhöhen oder gar den DLC runterzukürzen oder den Besitzern des Season Pass mit irgendwelchen fadenscheinigen Erklärungen vorzuenthalten, gaben sie diese Änderung einige Zeit vor der Preiserhöhung bekannt. Man konnte also den Season Pass noch zum günstigeren Preis bekommen. Mehr als nur Versprechen gehalten.

Mit dem DLC zusammen erscheint aber mehr: Das Spiel kommt erneut in den Handel – als Dying Light: The Following – Extended Edition. Die Extended Edition beinhaltet einen ganzen Haufen an Überarbeitungen, die hier jetzt den Rahmen sprengen würden (verbesserte KI und Performance, neue Schwierigkeitsstufe, Items, Waffen, …). Wieder eine super Gelegenheit, die Fans der ersten Stunde erneut richtig zu schröpfen (Activision/Bungie hätten sich diese sicherlich nicht entgehen lassen!), und wieder kam: Nichts dergleichen. Dying Light wird ab dem 9. Februar einfach zur Extended Edition. Wer also das Hauptspiel samt Season Pass besitzt, bekommt all das, was auf der erweiterten Fassung im Handel zu finden sein wird.

Die sind verrückt!

Hier könnte eigentlich Schluss sein und ich meiner Liebe zu diesem Entwickler genug Ausdruck verliehen haben, aber nein! Um die Map des neuen Areals für den The Following-Addon (der Begriff trifft es eher als DLC) zu präsentieren, haben sie eine kleine Rennstrecke aufgebaut und darauf einen Wagen gesetzt, der per Twitch beobachtet und mit dem Hashtag #TweetForSpeed beschleunigt werden kann und damit immer mehr von der Karte offenbart. Verrückt? Nein, verrückt ist, was dann abging: Nachdem ein Studio-Hund, der sich mehrmals vor der Kamera zeigte, dort weggezogen wurde wie von einem Zombie, streuen die Entwickler immer wieder kleine Gags ein: Mal greift eine Zombie-Horde an, mal wird ein Entwickler wie von einem Zombie weggezerrt, … herrlich!

Man merkt einfach: Die sind positiv verrückt. Sie haben Spaß an dem, was sie da tun und sie sind immer noch überwältigt von dem Erfolg ihres Spieles. Zu Recht. Und all das (und noch viele Kleinigkeiten mehr, wie die ganzen Easter Eggs in Dying Light) machte Techland für mich zum Entwickler des Jahres 2015 und sie sind gerade dabei, sich diesen Platz für 2016 erneut zu sichern. Liebe Jungs und Mädels von Techland, ihr seid die Geilsten!